Sie befinden sich hier: Tipps & Termine > Tipps > Januar > Walnuß - Baum des Jahres 2008
Walnuss - Baum des Jahres 2008
Die Walnuss wurde kürzlich vom Kuratorium "Baum des Jahres" als Baum des Jahres 2008 ausgerufen. Der Walnussbaum, der eigentlich Steinfrüchte hervorbringt, besitzt seit altersher eine hohe Bedeutung für den Menschen.
Ursprünglich wegen seiner Früchte angebaut, findet auch das wertvolle Holz reißenden Absatz. Der Baum, der seine natürliche Verbreitung in südlichen Klimaten hat, macht sich vor dem Hintergrund des Klimawandels auch für den Anbau bei uns immer interessanter.
Bereits im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt waren es zunächst die Griechen, später auch die Römer, die für die Verbreitung und den Anbau des Nussbaumes sorgten. Die brachten auch die ersten Nussbäume nach Mitteleuropa. Geschätzt wurden die kalorienreichen Früchte zum Frischverzehr, aber auch schon zur Herstellung des Öles. Die Früchte enthalten 60% Fett, 20 % Eiweiß, viel Vitamine und reichlich Mineralstoffe. Da das Walnussöl schnell ranzig wird, hat es in der Vergangenheit an Bedeutung verloren. Heute, mit verfeinerten Produktionmethoden und besseren Lagerbedingungen, können aus Walnüssen hochwertigste Öle hergestellt werden!
Das warme, braune Holz der Nussbäume wird heute nur für hochwertige Produkte verarbeitet: Furniere, Möbel, Parkett, Uhrengehäuse, Musikinstrumente und verschiedenste Ornamente.
In Deutschland ist der Baum vor 100 Jahren noch häufiger anzutreffen gewesen, als heute. Der Bestand ist durch Übernutzung des Holzes und fehlende Nachpflanzung stetig zurück gegangen. Die Initiative "Baum des Jahres" soll diesen Trend umkehren.
![]() Walnussbaum in freier Landschaft |
Walnussbäume entwickeln eine kugelförmige Krone, die Höhen von 20-30 m erreichen kann. Das Höhenwachstum kann bei günstigen Bedingungen 2 m betragen. Walnuss-Sämlinge tragen erstmals Früchte nach 10-15 Jahren - sie werden bis mehrere hundert Jahre alt.
Von dem Walnusbaum (botanisch Juglans) gibt es grundsätzlich mehrere Arten, von denen Juglans regia die bedeutendste ist.
Die Züchtung moderner Walnuss-Sorten macht die Bäume auch für mittelgroße Hausgärten interessant. Veredelte Walnussbäume liefern schon nach 5-6 Jahren erste Nüsse und erreichen Wuchshöhen um 10-12 m. Bei einem benötigtem Platzbedarf von 8x8 bis 10x10 m entwickeln sie sich zu imposanten Hausbäumen, die jährlich bis zu 100 kg Nüsse produzieren. Dabei sind die Nüsse der modernen Sorten heute erheblich größer. Nüsse von Sämlingspflanzen variieren um 2 cm Durchmesser, während veredelte Nüsse meist 3-4 cm groß sind.
|
Kurz vor der Reife der Früchte ist noch eine dickfleischige, grüne Schale vorhanden, die die Nuss erst im September-Oktober freilegt. Erst wenn die Hülle platzt und die Nuss herausfällt, ist sie auch reif und schmeckt mild und süß. Zu früh geerntete Nüsse schrumpfen stark während der Trocknung und verlieren an Geschmack. Die Ernte erstreckt sich meist über 2-3 Wochen. Nach dem Sammeln der Nüsse sollten diese durch Abbürsten gereinigt und dann bei ca 20 °C für 7-14 Tage auf Lattenrosten getrocknet werden. In Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit kann dies problematisch sein und schnell zu Schimmelbildung führen. Wichtig ist daher, dass die Nüsse frei und nicht übereinander zu Liegen kommen. Nach der Trockenphase können die Nüsse in Jutesäckchen oder Zwiebelnetzen aufbewahrt werden. Knacken sollten Sie die Nüsse immer erst kurz vor dem Verzehr, da sonst Geschmacksverlust droht. Nüsse, die bitter schmecken auf keinen Fall essen, da diese das krebserregende Schimmelpilzgift Aflatoxin enthalten könnten.
Veredelte Walnussbäume für den Hausgarten können Sie im SÄNGERHOF oder auch über unseren Webshop das ganze Jahr über beziehen. Die beste Pflanzeit ist allerdings das zeitige Frühjahr, wenn keine starken Nachtfröste mehr drohen. Folgende Sorten können wir Ihnen empfehlen:
![]() |
Easterhazy II
Die Sorte ist eine Selektion der Forschungsanstalt Geisenheim (Rheingau). Der Baum hat einen mittelstarken, breitkronigen Wuchs. Der Austrieb erfolgt früh und ist daher spätfrostgefährdet. Die Sorte ist selbstfruchtbar und bringt daher regelmäßige, sichere Erträge.
Die Nuss ist mittelgroß bis groß, fast rund und mit dünner Schale. Der Geschmack ist sehr gut!
Easterhazy II ist eine wertvolle, ertragssichere Sorte für begünstigte Standorte. Da keine Fremdbefruchtung erforderlich kann der Baum auch gut als Einzelbaum gepflanzt werden.
![]() |
- Klon Nr. 26
Die bereits bewährte Sorte Klon 26 entstammt ebenfalls der Züchtungsarbeit der Forschungsanstalt Geisenheim - sie ist heute in Südwestdeutschland bereits recht verbreitet.
Der Baum ist mittelstark wachsend mit breit aufrechter Krone. Der Austrieb erfolgt recht spät, daher sind Frostschäden selten. Die Sorte ist selbstfruchtbar und bringt regelmäßig sichere Erträge.
Ein Fruchtstand besteht meist aus 2-3 Früchten. Die Nuss ist mittelgroß, die Schale fest. Der Geschmack ist gut.
Klon 26 ist trotz der etwas kleineren Nuss eine wertvolle Sorte, da die Erträge sicher sind und die Nüsse einen ausgeprägt guten Geschmack haben.
![]() |
- Klon Nr. 120
Selektierter Sämling aus Geisenheim - die Sorte findet größere Verbreitung im Südwesten Deutschlands. Der Baum ist stark wüchsig, mit breiter, lockerer Krone. Austrieb und Blüte sind relativ spät, wodurch der Baum weniger spätfrostgefährdet ist.
Ein Fruchtstand enthält meist 1-3 Früchte. Die Nüsse sind sehr groß, breit oval und leicht zu öffnen. Der Geschmack ist gut. Die Erträge sind hoch und regelmäßig , wenn Fremdbefruchtung sichergestellt wird!
Eine der besten deutschen Sorten für den Hausgartenanbau, sofern genügend Standraum (bevorzugt zwei Bäume für Fremdbefruchtung) zur Verfügung steht.
![]() |
- Klon Nr. 139
Zufallssämling aus der Region Bergstraße, selektioniert in der Forschungsanstalt Geisenheim. Heute in Südwestdeutschland bereits weit verbreitet.
Baum mit mittelstarkem Wuchs, geschlossen-kompakter Krone. Der Austrieb erfolgt mittelspät, die Frostgefahr ist daher als mäßig einzuschätzen. Der Baum ist selbstfruchtbar, dadurch sind die Erträge sicher und hoch.
Ein Fruchtstand enthält meist 2-3 Nüsse, manchmal auch mehr. Die Früchte sind mittelgroß mit dünner Schale und von sehr gutem Geschmack! Die Reifezeit beginnt bereits Mitte September.
Bei günstigen Standortbedingungen (Weinbauklima) die beste Sorte mit hohen inneren Werten und sicheren Erträgen.
![]() |
- Klon Nr. 1247
Sämling aus der Kurmark, selektioniert in der Forschungsanstalt Geisenheim - heute erhebliche Verbreitung in Südwestdeutschland.
Mittel- bis starkwachsender Baum mit großer, breiter Krone. Der frühe Austrieb macht die Sorte empfindlich für Spätfröste und ungünstige Lagen.
Der Fruchtstand enthält meist 2 Nüsse. Die Nuss ist mittelgroß, langoval und mit einer deutlichen Spitze (Erkennungsmerkmal). Der Geschmack ist sehr gut! Da die Sorte selbstfruchtbar ist, sind die Erträge regelmäßig und hoch. Der Ertrag setzt früh ein. Die Reifezeit ist bereits ab Mitte September.
Die Sorte empfiehlt sich nur für klimatisch günstige Lagen, ist aber ansonsten robust gegenüber Krankheiten.
![]() |
- Weinsberg 1
Selektion der Lehr- und Versuchsanstalt Weinsheim (Baden-Würtenberg), heute mit großer Verbreitung in Südwestdeutschland.
Der Baum hat einen mittelstarken Wuchs mit einer lockeren, breit ausladenden Krone. Der Austrieb erfolgt mittelfrüh - der Baum ist daher mäßig spätfrostgefährdet.
Der Fruchtstand enthält meist 2-3 Nüsse. Die Nuss ist groß bis sehr groß, länglich mit deutlicher Spitze, dünner Schale und vollem Kern. Der Geschmack ist ausgezeichnet!
Der Ertrag setzt sehr früh ein und ist hoch.
Auf Grund des mäßigen Wachstums und der herausragenden Geschmackes ist die Sorte sehr empfehlenswert. Allerdings ist der Anbau auf warme Standorte begrenzt.
Standortansprüche / Pflege
Walnussbäume stammen aus dem Südosten Europas und haben einen hohen Wärmeanspruch. Der Baum benötigt einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, der keine Staunässe aufweisen darf. Wichtig sind warme, spätfrostsichere Standorte. Insbesondere junge Walnussbäume erleiden im Frühjahr oft Spätfrostschäden.
Tipp: Standort bewußt auswählen und spät austreibende Sorten aussuchen.
![]() Klassische Färbung des Laubes beim Austrieb im Frühjahr |
Problematisch beim Walnussbaum ist stets die Frage nach dem richtigen Schnitt und insbesondere dem Schnittzeitpunkt. Nach einem Erziehungsschnitt mit 3-4 Leittrieben erfolgt später nur ein gelegentlicher Auslichtungsschnitt der Krone. Viele Sorte bilden eine natürlich lockere Krone und so muß nur alle paar Jahre ausgelichtet werden. Der beste Zeitpunkt ist das zeitige Frühjahr (Februar-März), noch bevor der Saftstrom einsetzt. Ein späterer Schnitt führt unweigerlich zum "Bluten" der Bäume. Wundpflege mit Wundverschlußmitteln ist in jedem Fall zu empfehlen, um Pilzinfektionen zu vermeiden.
Haben Sie Kritiken oder weitere Fragen zu den hier vorgestellten Themen - oder möchten ie eine konkrete Produktanfrage an uns richten?
Schicken Sie uns einfach eine Email, wir antworten auf dem schnellstmöglichen Wege.















