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Bodenuntersuchung und Düngeempfehlung für den Hausgarten



Neben den Wachstumsfaktoren Licht, Luft, Wasser und Wärme ist für ein gutes, gesundes Pflanzenwachstums vor allem der geeignete Boden mit ausreichenden Nährstoffen entscheidend.

Dabei ist zwischen der Bodenphysik (Bodenstruktur) und der Bodenchemie (Nährstoffverfügbarkeit) zu unterscheiden. Schwere, verdichtete, zu Staunässe neigende Lehmböden werden durch Tiefenlockerung, sowie Zugabe von groben Sand und Humus, aufgelockert. Kalkgaben von 50 bis 150 g / m² verbessern die Krümelstruktur des Bodens. Leichte Sandböden werden durch Zugabe von Tonmineralien (z.B. Bentonit) oder reichlich Humus in ihrer Struktur verbessert. Gründüngungspflanzen, insbesondere Leguminosen mit ausgeprägter Pfahlwurzel, erschließen den Untergrund und verbessern die Bodenstruktur wesentlich. Ihr Anbau empfiehlt sich besonders vor einer Neubepflanzung!

Dagegen ist die optimale Nährstoffversorgung ohne gezielte Bodenanalyse kaum zu erreichen. Hierzu sind die im Boden verfügbaren Reserven den individuellen Bedürfnissen der Pflanzen gegenüber zu stellen. Aus der Differenz ergibt sich die Notwendigkeit zur Düngung. Leider wird im Hobbygartenbereich in der Regel blind gedüngt. Meist werden ungeeignete Dünger in viel zu hohen Dosierungen verwendet, vereinzelt wird die Düngung komplett vernachlässigt.

Wir empfehlen daher die regelmäßige Bodenanalyse (alle 2-3 Jahre) in einem anerkannten Institut - in jedem Fall aber bei einer Gartenneuanlage! Anlaufstellen sind hier die Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten der Länder (LUFA), deren Adressen problemlos über das Internet zu beziehen sind.

Welche Parameter werden bei einer Bodenanalyse überprüft?

Die Standarduntersuchungen beinhalten in der Regel den ph-Wert und Kalkbedarf, die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kalium. Bei Bedarf lassen sich zusätzliche Werte, wie Humusgehalt, Salzgehalt und Schwermetallgehalt ermitteln.

  • der ph-Wert bestimmt die Bodenreaktion. Die meisten Pflanzen lieben einen schwachsauren bis neutralen Boden bei ph 6,0 bis 7,0. Moorbeetpflanzen bevorzugen dagegen einen ph um 5,0 . Bei zu niedrigen ph-Werten muß dem Boden Calzium in Form von Kalk zugeführt werden. Regelmäßiges Kalken ohne ph-Wert-Bestimmung kann dagegen auf die Dauer zu überhöhten Werten führen.
  • Stickstoff ist der Motor des vegetativen Wachstums. Stickstoffmangel führt zu Kümmerwuchs und gelben Blättern. Stickstoffüberschuß führt zu mastigen Zellwachstum mit erhöhter Anfälligkeit gegenüber Witterungseinflüssen und Schädlingsbefall. Der Stickstoff liegt im Boden in verschiedenen Formen vor und muß durch Bakterien erst in die pflanzenverfügbare Form des Nitratstickstoff umgewandelt werden.
  • Phosphat ist maßgeblich für die Blüten- und Fruchtbildung verantwortlich, fördert jedoch auch das Wurzelwachstum. Phosphat ist im Boden ausgesprochen stabil und wird kaum ausgewaschen.
  • Kalium festigt das Pflanzengewebe und reguliert den Wasserhaushalt. Eine gute Pflanzenversorgung mit Kalium ist in der zweiten Jahreshälfte entscheidend für die Frost- und Trockenheitsresistenz. Kaliummangel erkannt man am Vergilben der Blätter, ausgehend von den Blatträndern bzw der Blattspitze.

    




Probenentnahme - so wird's gemacht ...

Die Bodenanalys ist in der Zeit von Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte machbar und sollte alle 2-3 Jahre wiederholt werden. Auf keinen Fall sollte eine Bodenprobe nach erfolgter Düngung gezogen werden. Die Analysewerte sind nur bei ordnungsgemäßer Probenentnahme aussagekräftig. Beachten Sie daher folgende Schritte:

  • grundsätzlich nur Flächen, auf denen Pflanzen mit gleichen Ansprüchen stehen, gemeinsam verproben. Verschiedeneartig genutze Flächen (Rasen, Gemüsebeet, Obstbäume) müssen stets getrennt erfasst werden.
  • die Tiefe der Probenentnahme richtet sich nach der Durchwurzelungstiefe der entsprechenden Kulturen. Sie beträgt z.B. beim Rasen 0-15 cm, bei Gemüse 0-30 cm, bei Beerenobst 0-40 cm und bei Baumkulturen z.T. noch darunter.
  • Pro Fläche sollten 10 bis 15 Einzelproben aus dem Durchwurzelungshorizont entnommen werden. Gehen Sie dazu kreuz und quer von einer Ecke zur anderen vor.
  • Die Entnahme erfolgt am einfachsten mit Hilfe eines Bohrstockes, der speziell zur Entnahme von Bodenproben konzipiert ist. Der Hobbygärtner kann jedoch darauf verzichten und entnimmt die Bodenprobe mit Hilfe seines Spatens (siehe Skizze rechts).
  • Die Einzelproben werden in einem Eimer gesammelt und zu einer Querschnittsprobe vermischt. Von der Mischprobe werden ca 500 g in einen Plastikbeutel gefüllt, verschlossen und mit den Kulturangaben beschriftet.

  






Bodenanalyse-Set R1

Wir empfehlen unseren Kunden den Kauf eines Gutscheins zum Analyse-Set R1. Der Gutschein wird zusammen mit Ihrer Bodenprobe zur Analyse und Beurteilung an das renomierte Bodenuntersuchungs-Institut Koldingen geschickt.

Das Institut analysiert ihre Bodenprobe auf Phosphorsäure, Kalium, Magnesium, ph-Wert und kalkbedarf. Darauf basierend erfolgt gemäß Ihren Kulturangaben die Ausarbeitung eines Düngevorschlages in g / m². Dabei werden die neuesten Erkenntnisse und Methoden agrikulturchemischer Forschung eingesetzt. Die vorgeschlagenen Düngerkombinationen sind in durchschnittlich gut sortierten Gartenfachgeschäften erhältlich.
Bitte beachten Sie: Die Auswertung kann bis zu 14 Tage in Anspruch nehmen. 

Das Bodenanalyse-Set können Sie auch über unseren Onlineshop bestellen.



Trotz durchgeführter Bodenuntersuchung kann ein Rest an Unsicherheit beim unerfahrenen Gartenbesitzer verbleiben. Welche Dünger sind geeignet? Wann und wie oft ist zu düngen?

Klare und gut strukturierte Düngeempfehlungen findet man auf der Website der Landwirtschftskammer NRW. Hier werden verschiedene Dünger der Hauptnährstoffe N, P, K und CA, sowie Düngergaben in Abhängigkeit zu Boden- und Pflanzenart vorgestellt.

Unser Tipp: Liegen bei Ihrem Gartenboden keine gravierenden Nährstoffdefizite vor, so empfehlen wir Ihnen zur Erhaltungsdüngung Naturdünger auf organischer Basis, z. B. die Produktpalette von OSCORNA. Oscorna stellt den Boden und die biologischen Kräfte in den Mittelpunkt. So können Sie oft auf mineralische Dünger und Pflanzenschutzeinsatz verzichten. Oscorna-Düngemittel empfehlen sich daher besonders für den Anbau von Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse und Kräutern, aber auch überall dort,wo Ihnen biologisches Gärtnern am Herzen liegt!



Wie Sie Nährstoffreserven aus Ihrem Boden locken:

  • Manuell: Boden lockern, mulchen, mit Kompost versorgen
  • Mulchen: Eine Decke aus pflanzlichen Abfällen hält den Boden feucht, locker und ernährt die Bodenlebewesen, die zur besseren Verfügbarkeit von Bodennährstoffen beitragen
  • Kompost: enthält alle Nährstoffe, die Pflanzen benötigen und verbessert zusätzlich die Bodenstruktur. Naturkalke oder Bentonit tragen zur Bildung von Ton-Humus-Komplexen bei und verbessern die Qualität des Komposts. Reifer Kompost wird im Frühjahr in die obere Bodenschicht eingearbeitet (ca 5 ltr / m²).
  • Pflanzenjauchen: Jauchen, vor allem Brennesseljauche, enthalten vor allem Stickstoff, aber auch Spurenelemente und Bakterien, die den Boden bereichern. Im Verhältnis 1:10 verdünnt werden diese in den Wurzelbereich gegossen.
  • Bodenhilfsstoffe: Bentonit und Gesteinsmehle enthalten Spurenelemente und tragen zur besseren Nährstoffverfügbarkeit im Boden bei. Kalk ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, er hebt den ph-Wert an und verbessert die Bodenstruktur.
  • Gründüngung: Leguminosen, wie Erbsen, Bohnen, Lupinen, Wicken und einjährige Kleearten sammeln mit Hilfe von Knöllchenbakterien im Wurzelbereich Luftstickstoff, der dem Boden zugute kommt. Senf, Raps, Ölrettich und Phacelia lockern den Boden und Binden Stickstoff über den Winter.



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