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Grabgestaltung
Der Friedhof hat in den letzten Jahrzehnten eine bedeutende Funktion für die Umwelt eingenommen. Gerade in den Großstädten und Ballungsräumen entwickeln sich die oft jahrzehnte alten Friedhöfe zu häufig besuchten Grünanlagen mit historisch gewachsenen Baumbestand, die mit ihrer Vegetation das lokale Klima positiv beeinflussen und wichtige Rückzugs- und Erholungsflächen schaffen.
Das Grab ist der Ort der Besinnung und Erinnerung. Lieblingsblumen und Lieblingspflanzen und ein individueller Grabstein spiegeln oft die Persönlichkeit des Verstorbenen wieder.
Mit der Grabstätte haben Sie eine eigene Gestaltungsfläche. Nach ca 1 Jahr, wenn keine weitere Senkung des Grabes zu erwarten ist, kann die endgültige Anlage erfolgen. Dabei müssen Sie die unterschiedlichen Richtlinien bezüglich der Grabgestaltung und Setzen des Grabsteines berücksichtigt werden. Dazu gibt die Friedhofsverwaltung (Gemeinde) die entsprechenden Informationen. In der Muster-Friedhofssatzung sind überregional geltende Grababmessungen festgelegt, von denen in den örtlichen Friedhofssatzungen meist nur gering abgewichen wird.
Gestaltung der Grabstätte mit Pflanzen
Ein fachgerechtes angelegtes Grab gliedert sich in drei unterschiedliche Bereiche :
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- 1. Rahmenpflanzung
Zur Rahmenpflanzung gehören die das Gesamtbild prägenden, höherwachsenden Gehölze. Sie werden oft am oberen Ende des Grabes, in der Regel rechts oder links vom Grabstein, angeordnet und geben der Anlage das Gesicht. Sie umrahmen den Stein, betonen oder mildern seine Wirkung, und verbinden die individuelle Grabstelle mit dem Gesamtumfeld des Friedhofes.
Es eignen sich vor allem langsam- oder kleinwüchsige Gehölze , wie Buchsbaum, Eibe, Zwergkiefer, winterharte Azaleen, Stechpalmen, Muschelzypresse oder japanischer Ahorn. In der Regel werden zwischen zwei und fünf solcher Rahmenpflanzen verwendet.
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- 2. Flächenpflanzung
Bodendecker nehmen auf dem Grab den Hauptanteil der Pflanzfläche in Anspruch. Am häufigsten werden niedrigbleibende, immergrüne Laubgehölze, wie Zwergmispel, Efeu, Kriechspindel, Immergrün oder Dickmännchen verwendet.
In den letzten Jahren werden auch zunehmend bodendeckende Stauden , wie Haselwurz, Stachelnüsschen, Fiederpolster, Katzenpfötchen, sowie die unterschiedlichen Arten der Fetthenne und des Steinbrech, gepflanzt.
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- 3. Saisonale Wechselbepflanzung
Die Wechselbepflanzung bildet den optischen Schwerpunkt des Grabes. Die Bepflanzung wird bis zu dreimal im Jahr gewechselt:
- Frühlingsbepflanzung mit Stiefmütterchen, Hornveilchen, Primeln, Maßliebchen (Bellis), Vergißmeinnicht und angetriebenen Blumenzwiebeln wie Tulpen und Narzissen
- Sommerbepflanzung, je nach Standortverhältnissen, mit Geranien, Margeriten, Lobelien, Fleißige Lieschen, Eisbegonien, Fuchsien, etc.
- Herbst- und Winterbepflanzung mit Eriken, Silberblatt, Chrysanthemen, Alpenveilchen und den Blattschmuckstauden aus dem HERBSTZAUBER-Sortiment.
Zu den Gedenktagen werden Pflanzschalen, Gestecke oder Kränze auf das Grab gelegt. Als Winterabdeckung für die Saisonfläche eignen sich Tannenreisig, speziell Douglasie, oder feiner Dekor-Rindenmulch.
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Bei einer Wahlgrabstätte (Doppelgrab) sollte der Anteil der Bodendecker 60 %, der Rahmenbepflanzung 25 % und der Wechselbepflanzung 15 % betragen. Sind Reihengräber flächig mit Bodendeckern dauerhaft begrünt, sollte der Anteil der Wechselbepflanzung nicht unter einem Drittel liegen, damit er noch genügend zur Geltung kommt.Für Urnengräber wird ein überwiegender Anteil an Wechselbepflanzung empfohlen. Da diese recht pflegeintensiv ist, kommt aus Gründen der Reduzierung des Pflegeaufwandes auch eine überwiegende Abdeckung mit Bodendeckern, weißen Marmorkies oder Dekor-Rindenmulch in Frage.
Im Folgenden werden einige Muster für die Grabgestaltung mit Pflanzenbeispielen als Download angeboten:
- Reihengrab bei sonnigem Standort
- Doppelgrab bei sonnigem Standort
- Reihengrab bei halbschattigen - schattigem Standort
- Doppelgrab bei halbschattigen - schattigem Standort.
Tipps zur Grabbepflanzung
Wichtig bei der Grabbepflanzung ist die Auswahl standortgerechter Pflanzen, um späteren Ausfällen oder auch nur erhöhtem Pflegeaufwand zu begrenzen. Dabei sind Licht- und Bodenverhältnisse ebenso zu beachten wie Wuchsform und -kraft oder Blütenfarbe.
Häufig ist eine Bodenverbesserung durch Humusgaben notwendig, insbesondere bei den hiesigen schweren Böden. Bestens geeignet hierfür sind Graberde und Grabhumus. Gegen schnelle Austrocknung ist eine Abdeckung mit Deko-Rindenmulch in einer feinen Körnung, z.B. 0-7 oder 7-15 mm, empfehlenswert.
Moorbeetpflanzen, wie japanische Azaleen, schwachwüchsige Rhododendron-Arten oder Hortensien benötigen für ein gesundes Wachstum sauren Boden - berücksichtigen Sie dies bei der Pflanzung und verwenden Sie Rhododendronerde
Ungünstig wirken streng symetrische Pflanzungen von zumeist zwei gleichen, mehr oder weniger steifen Koniferen, links und rechts vom Grabstein. Asymetrische Pflanzungen der Rahmenpflanzen, bei gleichzeitiger Auswahl zweier unterschiedlicher Pflanzen (z.B. 1 Nadelgehölz + 1 Laubgehölz) helfen den ohnehin kleinen Raum optisch zu vergrößern. Die Tiefenwirkung wird zusätzlich erhöht, wenn sich die Bepflanzung der Bodendecker bis zum Grabstein zieht.
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