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Tipps zur Pflanzung von Hochstamm-Obstbäumen

Wie lange noch werden sie Landschafts- und Ortsbilder bereichern, die großkronigen, hochstämmigen, alten Obstbäume? Sie wurden überwiegend vor vielen Jahrzehnten angepflanzt, später oft vernachlässigt und haben heute vielerorts ihre natürliche Altersgrenze erreicht. Um den Lebensraum "Streuobstwiese" oder auch nur den Obst-Hochstamm in der Kulturlandschaft langfristig zu erhalten, fehlt es heute vor allem an jungen Bäumen und Naturfreunden, die diese Pflegen. Für den Obstwiesenschutz sind deshalb Nachpflanzungen in vorhandenen Beständen und die Neuanlage von extensiv gepflegten Obstwiesen besonders wichtig.


Wir wollen Ihnen daher das Know-How zur Pflanzung der ökologisch so wertvollen Obst-Hochstämme geben. Dies kann in größeren Gartenanlagen oder auf nicht genutzten landwirtschaftlichen Flächen der Fall sein. Günstig sind Hanglagen mit Kaltluftabfluß, ungünstig sind dagegen feuchte Tallagen. Flachgründige und staunasse Böden sind ebenso ungeeignet, wie extrem arme Sandböden. im Zweifelsfall sollte ein Fachmann die Standorteignung zum Bepflanzen mit Obst-Hochstämmen prüfen.

  




Welche Bäume sind geeignet?

Der Erfolg der Pflanzung hängt maßgeblich von der Qualität des Pflanzgutes ab. Die Obst-Hochstämme sollten folgenden Qualitätskriterien entsprechen:

- Hochstämme mit Stammhöhe >180 cm 

- Stammumfang in 1 m Stammhöhe mindestens 7-8 cm

- Krone aus mindestens 4 starken Leittrieben 

- Veredlungsstelle mindestens 10 cm über den Wurzeln

- Veredlungsunterlage: Sämling oder stark wachsende vegetativ vermehrte Unterlage

- robuste, wenig krankheitsanfällige Sorten

  


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Streuobstsorte des Jahres 2006 : "Danziger Kant"

Die genaue Herkunft dieser historischen Apfelsorte ist unbekannt, jedoch wird die Sorte bereits 1790 beschrieben!
Sein kräftiger Wuchs mit ausladend, breit kugelförmiger Krone macht den "Danziger Kantapfel" so unverwechselbar. Als Spätblüher ist er gegenüber Spätfrösten unempfindlich - seine geringe Frostempfindlichkeit am Holz empfiehlt ihn auch für etwas höhere, kältere Lagen. Seine Anspruchslosigkeit, geringe Empfindlichkeit gegenüber Pilzerkrankungen bei gleichzeitig hohen und regelmäßigen Erträgen machen ihn zu einem besonders wertvollen Baum für den Streuobstwiesenanbau.
Die Frucht ist leuchtend rot, mittelgroß mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Kanten, die ihm seinen Namen geben. Das Fruchtfleisch ist weißlich-gelb, locker, und saftig süß bis süßweinsäuerlich. Sie liefern einen hochwertigen Apfelsaft! Die Reifezeit beginnt im September und dauert bis November. Im Frischluftlager (z.B. gut belüfteter Keller) können die Früchte bis Januar lagern.

  


Pflanzzeit für Obstbäume

Fast alle Obstarten werden mit größtem Anwachserfolg im Herbst in der Zeit vom Laubfall bis zum Wintereinbruch gepflanzt. Im Herbst gepflanzte Bäume bilden bis zum Austrieb im Frühjahr schon neue Wurzeln, so dass ein rascher und kräftiger Laubaustrieb erfolgen kann. Auch trockene Perioden im Frühjahr werden meist besser überstanden. Frühjahrspflanzungen im frostfreien Boden sind von März bis April möglich. Im ersten Jahr ist dann jedoch auf ausreichende  Bewässerung zu achten.

  


Pflanzabstände / Bodenvorbereitung

Der Platzbedarf von hochstämmigen, großkronigen Obstbäumen wird oft unterschätzt! Entsprechend der maximal möglichen Kronenbreite sollten die folgenden Mindestpflanzabstände bei Pflanzungen in Obstwiesen beachtet werden:

- Sauerkirschen: ca 4x4 m

- Pflaumen: 6x6 m bis 8x8 m

- Birnen: 8x8 m bis 10x10 m

- Äpfel: 10x10 m bis 12x12 m

- Süßkirschen: 12x12 m bis 14x14 m

- Walnuss und Speierling: 15x15 m

Natürlich gelten diese Abstände nur als Richtmaß. Das lockere Pflanzen in die Landschaft ist einem festen Rastermaß aus optischen Gründen in jedem Fall vorzuziehen.
Auf geeigneten Böden mit vorheriger landwirtschaftlicher Nutzung sind aufwendige Bodenvorbereitungen meist nicht erforderlich. Der humose Oberboden wird als Pflanzerde verwendet. Eine Aufbesserung mit Komposterde ist sinnvoll, aber aufwendig. Wichtig ist, beim Aushub auf Bodenverdichtungen in der Pflanzgrube zu achten und solche zu beseitigen.

    

Materialbeschaffung / Pflanzung von Obsthochstämmen

Neben der Beschaffung des Pflanzgutes sind folgende Materialien und Geräte bei der Pflanzung erforderlich:

  • Baumpfähle der Länge 240 cm und Stärke 5/6 bis 8/10 cm, idealerweise aus harten Holz, wie Eiche oder Kastanie.
    Bei Beweidung sind 3 Pfähle nötig, um einen effektiven Verbißschutz anzubringen!

  • Fichtenriegel bei der Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen gegen Weidevieh: 15 Stück / Baum, ca 65 cm lang

  • Wühlmausschutz aus feinmaschigem, unverzinktem Seckseckgeflecht unter 1 cm Maschenweite, pro Baum ca 1x1 m

  • Verbißschutz aus grobmaschigem Maschendraht, ca 180x200 cm, zum Anbringen Nägel und Hammer

  • Kokosstrick oder Baumbinder zum Fixieren des Baumes

  





Die Pflanzung von Obsthochstämmen in Arbeitsschritten

  1. Pflanzgrube ausheben, ca 70x70 cmgroß und 40 cm tief bzw das 1,5-fache des Wurzelwerkes des entsprechenden Baumes. Grassoden getrennt lagern, Untergrund sorfgältig lockern.
  2. Pfosten einschlagen - bei Einzelpfahl auf der Wetterseite 

  3. Pflanzgrube mit Wühlmausschutz auskleiden

  4. Erdaushub zu 1/3 ins Pflanzloch füllen, dabei eventuell mit Komposterde verbessern

  5. Wurzelschnitt am Obstbaum ausführen - beschädigte Wurzelbereiche ausschneiden

  6. Baum einsetzen und mit einem weiteren Drittel des Aushubs verfüllen, fest antreten und dann einschlämmen. Wichtig: die Veredlungsstelle muß ca handbreit über der Erdoberfläche bleiben 

  7. Wühlmausschutz direkt um den Wurzelhals schließen oder knapp über der Erdoberfläche wegschneiden

  8. Pflanzgrube komplett verfüllen, dabei einen Giesring aus Erde und Grassoden formen

  9. Baum mittels Kokosstrick oder Baumbinder an den Pfählen fixieren. Kokosstrick direkt unter Krone anbringen und immer als 8 und Baum und Pfahl legen.

  10. Pflanzschnitt: 4-5 kräftige Leittriebe wählen und diese auf ca 1/3 kürzen und eventuell Abspreizen, alle Konkurrenztriebe an der Stammbasis entfernen

  11. Auf Weideflächen Verbißschutz aus Maschendraht anbringen (auf Pfähle Aufnageln), eventuell an zusätzlichen Kronenschutz aus Stacheldraht denken

  12. Wässern

  

Baumentwicklung von Obsthochstämmen in den ersten Jahren

Der Pflanzschnitt bildet die Grundlage für eine gesunde und kräftige Entwicklung des Jungbaumes und sollte daher besser von einem erfahrenen Fachmann durchgeführt werden. Ziel ist es, ein tragfähiges Kronengerüst zu entwickeln. In den ersten 5 Jahren gilt das Hauptaugenmerk der Pflege eben diesem Aufbau der Krone. Pflegeschnitte sind sowohl im Winter, als auch im Sommer sinnvoll. Beim Sommerschnitt ab Juli werden Konkurrenztriebe entfernt. Im Winter (Februar / März) wird die Kronenentwicklung bei Bedarf korrigiert. Die meisten Hochstammsorten kommen daher erst ab 10 Jahren in ihre Ertragsphase.

Jugendphase (bis 10 Jahre)

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Ertragsphase (10-50 Jahre)

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Altersphase (ab 50 Jahre)

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