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Zimmerorchideen - pflegeleichte Exoten fürs Wohnzimmer
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Man braucht nicht unbedingt ein Gewächshaus oder eine klimatisierte Blumenbank, um sich Orchideenträume erfüllen zu können. Mit der Entwicklung moderner Züchtungen sind die heute am Markt befindlichen Kreuzungen viel einfacher zu pflegen als man denkt. Im Jahr 2003 stürmten daher die exotischen Schönheiten an die Spitze der Hitliste der beliebtesten Topfpflanzen. Zu Recht! Der Pflegeaufwand ist geringer als bei den meisten anderen Topfpflanzen. Die prachtvollen Blüten sind äußerst lange haltbar und erfreuen den Besitzer in der Regel 4-8 Wochen.
Wir wollen Ihnen die attraktivsten und einfachsten Orchideenarten und alle wichtigen Pflegetipps vorstellen.
Zuvor kurz einiges Wissenswertes zur Orchideen im Allgemeinen. Die Familie der Orchideen ist entwicklungsgeschichtlich gesehen eine sehr junge Pflanzenfamilie, die Ihren Ursprung vor ca 50 Millionen Jahren im tropischen Asien hatte. Als junge Pflanzenfamilie haben die Orchideen ihr entgültiges Gesicht noch nicht gefunden. Diese Hypothese wird dadurch untermauert, dass nicht nur in den Züchtungslaboren, sondern auch in der Natur, durch Kreuzung verschiedener Arten ständig neue Formen hervorgehen, die so genannten Naturhybriden.
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In der Entwicklungsgeschichte der Orchideen entstanden zuerst die terrestrischen Orchideen (= Erdorchideen). Die epiphytischen Orchideen (Baumaufsitzer) sind überwiegend Orchideen tropischen Ursprungs , die durch ihre Wuchsform in den tropischen Wäldern näher an das notwendige Sonnenlicht rückten. Die Epiphyten sind jedoch keine "Schmarotzer", die ihre Wirtspflanze irgendwie schädigen. Mit Hilfe ihrer Haftwurzeln klammern sie sich an Astgabeln oder Baumstämme. Die oft stark ausgeprägten Luftwurzeln nehmen die Feuchtigkeit aus der Luft auf.
Diese Informationen geben uns wichtige Hinweise zur Pflege der Orchideen. Epiphytische Orchideen werden durch zu viel Nässe stark gefährdet, da sie keinen ständig feuchten Wurzelballen kennen. Nach einem tropischen Regenguss läuft das Wasser sofort ab und die Feuchtigkeit wird in den schwammigen Luftwurzeln gespeichert. Luftwurzeln sollten daher stets an der Pflanze verbleiben und nicht gestört werden. Da der tropische Regen immer sehr warm ist, sollten Sie zum Gießen nur zimmerwarmes, abgestandenes Wasser verwenden. Auf kaltes Leitungswasser reagieren die Orchideen sensibel! Erkundigen Sie sich beim Orchideenkauf, ob es sich um eine terrestrischen Typ (z.B. Cymbidium, Paphiopedilum) oder epipytischen Typ (Phalaenopsis, Vanda, ...) handelt.
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Eine weitere Besonderheit finden wir beim Bau der Orchideenpflanze. Man unterscheidet die monopodiale und sympodiale Wuchsform. Der Neutrieb einer monopodial (=einachsig) wachsenden Orchidee wächst immer in einer Richtung, in dem sich an der Spitze stets neue Blätter bilden und sich eine Art Stamm entwickelt. Die Blütenstände wachsen seitlich aus den Blattachseln. Zu diesen Vertretern gehören insbesondere Vanda und Phalaenopsis.
Die sympodial (=gemeinsamachsig) wachsenden Orchideen bilden die Mehrheit. Sie besitzen mehrere Triebe, die über gemeinsame wurzelartige Hauptachse, das so genannte Rhizom, verbunden sind. Pro Vegetationsperiode wird meist nur ein neuer Trieb gebildet. Mit jedem Trieb wächst gleichzeitig das Rhizom ein Stück weiter und die Pflanze verlagert sich in eine Richtung. Alte Triebe sterben dabei ab. Das Wissen um eine monopodiale oder sympodiale Orchidee wird in der Pflege wichtig beim Umpflanzen bzw Umtopfen. Bei sympodialen Orchideen werden tote Wurzeln und vertrocknete Triebe bis auf 3-5 kräftige, frischgrüne Triebe entfernt. Dann wird die neue Pflanze am Topfrand eingesetzt, so dass sich das Rhizom zur Topfmitte hin entwickeln kann. Beim Umtopfen monopodialer Orchideen werden nur verfaulte, abgestorbene Wurzeln entfernt und die Pflanze dann in ein größeres Gefäß gesetzt. Luftwurzeln sollten dabei so wenig wie möglich beschädigt oder entfernt werden. Wichtig: nach dem Umtopfen 2-4 Tage nicht gießen und erst danach vorsichtig angießen oder, bei Epiphyten, auch nur sprühen.
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Eine entscheidende Bedeutung beim Umpflanzen hat die Wahl des richtigen Pflanzgefäßes und Pflanzsubstrates. Für Erdorchideen empfiehlt sich der Tontopf und ein handelsübliches Orchideensubstrat. Sollte das Orchideensubstrat einen sehr hohen Rindenanteil aufweisen, können Sie durchaus 10-20 % Hochmoortorf oder ein luftiges Vermehrungssubstrat (TKS, Aussaaterde) hinzufügen, der die Wasserhaltefähigkeit verbessern soll.
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Epiphytisch wachsende Orchideen sind sehr nässeempfindlich. Für diese Pflanzen sind wasserdurchlässige, luftige Pflanzgefäße, wie Holzkörbchen oder Weidenkörbchen (ohne Folie) ideal. Epiphyten mit sehr langen Luftwurzeln können mit Nylonschnur oder rostfreiem Draht auch aufgebunden werden. Hierzu eignen sich besonders Korkeichenrinde, Weinrebhölzer oder Robinienholz. Der ideale Pflanzstoff für Epiphyten ist Sphagnummoos, das Überschußwasser sofort abgibt, trotzdem feucht bleibt, so dass die Wurzeln sehr gerne in dieses Medium hineinwachsen.Wichtig: Orchideen sollten nicht öfter als alle 2-3 Jahre umgepflanzt werden, da das Umpflanzen immer eine Störung der Pflanze darstellt. Warten Sie mit dem Umpflanzen, bis die Orchidee sehr stark verwurzelt ist und sich aus dem Topf herausdrückt. Warten Sie in jedem Fall mit dem Umpflanzen bis zum Ende der Ruhezeit (Winterausgang / frühes Frühjahr). Mit dem Einsetzen des neuen Wachstums ab dem Frühsommer können Sie auch wieder Düngen. Verwenden Sie unbedingt nur Orchideendünger, der wesentlich schwächer konzentriert ist, als herkömmliche Blumendünger. Düngen Sie in der Wachstumszeit regelmäßig alle 2-3Wochen.
Der Anspruch der Orchideen an Licht und Wärme variiert gemäß den verschiedenen Arten stark. Erkundigen Sie sich daher nach den speziellen Bedürfnissen Ihrer Pflanzen. Ein Wegweiser für die Licht- und Wärmebedürftigkeit ist die Konsistenz der Blätter. Orchideenarten mit fleischigen oder ledrigen Blättern vertragen mehr Sonnenlicht und Wärme, als Arten mit weichen und zarten Blättern. Die folgende Tabelle gibt einen Überblich über die Orchideenpflege im Jahresverlauf.
Orchideenpflege im Jahresverlauf
Im Spätwinter / Frühjahr bei zunehmender Lichtmenge erfolgt der Neutrieb. Das bedeutet: jetzt mehr Wasser geben und erste , schwach dosierte Düngergaben mit Orchideendünger
Im Frühsommer / Sommer wächst die Orchidee. Sie braucht jetzt Nährstoffe (regelmäßige Düngegaben), Wasser und Wärme
Im Spätsommer / Herbst reifen die neuen Triebe und es erfolgt die Bildung der Blütenanlagen. Die Zauberformel für den Blüherfolg heißt jetzt: Ruhezeit bei weniger Wasser, viel Licht und nächtliche Temperaturabsenkung um mindestens 4-6°C
Im Herbst / Winter durchlaufen die meisten Orchideen eine ausgeprägte Ruhephase, die den tropischen Trockenperioden entspricht. Geben Sie Ihrer Orchidee jetzt viel Licht und nur minimal Wasser.
Nachdem Sie jetzt alles Wesentliche für eine erfolgreiche Orchideenkultur kennen gelernt haben, beginnen wir mit der Vorstellung unseres Orchideen-Sortimentes:
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Cattleya-Hybriden
- zumeist epiphytisch, sympodiale Wuchsformen mit Heimatgebiet in Mittel- und Südamerika (Schwerpunkt Karibik)
- möglichst heller Standort ohne pralle Sonne, im Sommer warm (um 25°C), im Winter genügen 14-18°
- im Sommer regelmäßig gießen oder gelegentlich tauchen, im Winter nur minimal gießen, besser öfters nur sprühen
- Tipp: sobald die Triebe im Herbst ausgereift sind kühler und trockener halten - dies verstärkt die Blütenbildung!
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Cymbidium-Hybriden
- einfache, wüchsige Erdorchidee mit sympodialem Wuchs - ideal für Orchideen-Einsteiger!
- die Pflanzen werden bis 100 cm hoch und tragen im Alter 4-8 Blütenstände, die bis zu 8 Wochen halten
- Standort: ganzjährig luftig, sehr hell bis sonnig - in der Zeit von Juni bis September gerne auf Balkon oder Terrasse im Freien
- von März bis September reichlich gießen und alle 2-3 Wochen düngen
- nächtliche Temperaturabsenkung im Herbst wirkt sich äußerst positiv auf die Blütenbildung aus - Vorsicht vor Nachtfrost ab Oktober!
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Miltonia-Hybride (Stiefmütterchen-Orchidee)
- epiphytisch wachsende Orchidee aus Südamerika
- ganzjährig hell und warm(18-25°), aber nicht sonnig, verträgt auch Halbschatten
- Blüte meist zum Ende der Vegetationszeit, d.h. zweite Sommerhälfte bis in den Herbst hinein
- gleichmäßig feucht halten, im Winter noch sparsamer gießen
- für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, dabei jedoch nicht direkt auf die Pflanze sprühen
- Tipp: bei leichter Rotfärbung der Blätter ist der Standort zu sonnig!
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Odontoglossum-Hybride (Zahnzunge)
- die Odontoglossum-Arten sind überwiegend Orchideen tropischer Bergwälder Mittel- und Südamerikas, wo sie bis 3000m Höhe vorkommen
- Standort: hell bis halbschattig, im Sommer um 20°C, im Winter problemlos bei 10-18 ° (zur Blütezeit eher am oberen Temperaturbereich)
- während des Wachstums gleichmäßig feucht halten, im Winter nur minimal gießen, dass Substrat nie vollkommen austrocknet
- Tipp: im Sommer gerne in einen lichtdurchlässigen Baum hängen, natürliche Niederschläge reichen normalerweise dann fast aus, nur bei längeren Regenpausen zusätzlich gießen und alle 14 Tage düngen
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Oncidium-Hybride (Schmetterlingsorchidee)
- Es gibt ca 100 verschiedene Oncidien-Arten, die sowohl im temperierten, als auch im warmen Klimaten zuhause sind (bitte beim Kauf erfragen)
- Standort: hell bis halbschattig, ohne direkte Sonne, im Sommer um 20 °, im Winter 15 ° (für temperierte Oncidien) bis 20° C (für wärmebedürftige Oncidien)
- von März bis September Oncidien ständig leicht feucht halten, ab Oktober nur minimal gießen, so dass Blätter nicht schlappen
- für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen
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Phalaenopsis-Hybride (Malaienblume)
- empfehlenswerte Einsteiger-Orchidee!
- klassischer Epiphyt mit monopodialer Wuchsweise, im gesamten südostasiatischen Raum zuhause
- bevorzugt eher halbschattige Standorte, auf keinen Fall zu sonnig
- ganzjährig zimmerwarm bei Wohnzimmertemperaturen um 20°C
- In der Vegetationszeit von März bis September gleichmäßig feucht halten, jedoch unbedingt vor Staunässe schützen
- im Winter besser öfter sprühen, statt gießen
- Tipp: Phalaenopsis fühlen sich in Sphagnummoos besonders wohl!
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Paphiopedilum (Frauenschuh, Venusschuh)
- weltweit gibt es ca 60 Frauenschuh-Arten, die überwiegend unter Artenschutz stehen, daher sollte sich der Pflanzenliebhaber besser den gezüchteten Sorten zuwenden, die zudem robuster als ihre Naturverwandten sind
- Paphiopedilum sind Erdorchideen mit sympodialer Wuchsweise, die beim Umpflanzen besser nicht geteilt werden sollten, da sie im Pulk besser gedeihen und eine Teilung nur schwer verdauen
- Standort: im Sommer hell, im Winter halbschattig, ganzjährig Zimmertemperatur, nachts gerne etwas kühler (um 16°)
- insgesamt nur mäßig gießen, im Winter noch sparsamer
Neben diesem Standard-Sortiment führen wir, je nach Verfügbarkeit der Pflanzen am Markt, auch immer wieder verschiedene Raritäten und Spezialitäten. Hierzu zählen unter anderem:
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Epidendrum-Hybriden
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Vanda-Hybriden
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Encyclia cochleata
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Zygopetalum-Hybride
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