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Wildobst für den naturnahen Hausgarten



Der Begriff "Wildobstarten" bezeichnet Wildgehölze, die züchterisch nicht oder nur kaum bearbeitet wurden und deren Früchte gesammelt und vom Menschen, frisch oder aufbereitet, gegessen werden. Seit Jahrhunderten werden in alten Kloster- und Bauerngärten Mispeln, Holunder, Schlehen, Ebereschen und Fruchtrosen kultiviert und verarbeitet. Nachdem das Wissen um die geschmackliche Vielfalt dieser Wildobstarten im Zuge der Umstellung zur modernen Landwirtschaft zumeist verlorengegangen ist, besinnt man sich heute zurück zur Natur.
Zahlreiche Wildobstarten sind schmackhafte Naschfrüchte, die roh verzehrt werden können. Dazu zählen u.a. Maulbeere, Felsenbirne, Apfelbeere, jap. Weinbeere, Maibeeren und natürlich die Kultursorten von Brombeere, Himbeere, Heidelbeere und Preiselbeere. Andere Obstarten sind roh ungenießbar und werden zur sehr schmackhaften Säften &Likören, Marmeladen & Konfitüren verarbeitet (u.a. Ebereschen, Kornelkirsche, Sanddorn, Holunder, Wildrosen und Früchte von Wildapfel und -Birne. Früchte von Mispeln und Schlehen sind erst nach ersten Frösten genießbar bzw zu verarbeiten.

Neben Nutzwert der Wildobstarten sei auch besonders auf ihren hohen Zierwert hingewiesen. Außerdem handelt es sich oftmals um gute Bienenweiden und wertvolle Nähr- und Nistgehölze für zahlreiche Vogelarten und nützliche Kleininsekten. Vielfach werden neben den Früchten auch noch Blüten, Blätter, Rinde und Wurzeln in der Volksheilkunde und für homöopathische oder pharmazeutische Zwecke genutzt. Teilweise sind diese Rezepte tief im Volksbrauchtum verankert!



 

Vorstellung der Wildobstarten

Im Folgenden werden die wichtigsten Wildobstarten, mit einigen Verwendungsmöglichkeiten, vorgestellt. Die Auswahl unvollständig und beschränkt sich auf die wichtigsten und am meisten verbreitetsten Obstarten:


  • schwarzfrüchtige Apfelbeere (Aronia melanocarpa)

Die Apfelbeere stammt aus dem östlichen Nordamerika und wurde um 1900 nach Europa importiert. Es handelt sich um einen sommergrünen, locker aufrecht wachsenden Busch bis 2 m Höhe mit schönen weißen Blütendolden im Mai. Bemerkenswert ist die leuchtend wein- bis dunkelrote Herbstfärbung.

Apfelbeeren sind sehr frostharte, anspruchslose und anpassungsfähige Gehölze für Gemischthecken oder auch in Einzelstellung. Sie bevorzugen kalkarme Böden in vollsonniger Lage. Sie gelten als wertvolle Insekten- und Vogelnährgehölze!

Die Fruchtreife fällt in den August. Die Fruchtgröße ähnelt der Eberesche - die Früchte selber schmecken herb-süßlich. Erträge von 10-17 kg sind möglich.
Mittlerweile sind mehrere Sorten auf dem Markt.

Die Früchte der Apfelbeere sind zwar roh essbar, sie werden jedoch vorwiegend zu Saft (Saftausbeute bis zu 75 %!), Likören und Gelees verarbeitet. Die Verwendung in Mischmarmeladen gibt vielen Rezepten erst den letzten Pep!

  


  • Ebereschen (Sorbus) und Verwandte

Die Gattung der Sorbus (Ebereschen) ist sehr groß, wie das Bild der unterschiedlichsten Früchte rechts beweist. Die Ebereschen sind im gesamten mitteleuropäischen Raum bis Kleinasien und Westsibirien zuhause. Es handelt sich um kleinere, 4-6 m große, Sträucher oder Bäume bis hin zu 20 m hohen Bäumen. Allen gemein sind die weißen, unangenehm duftenden Blüten im Mai / Juni, die zumeist orangerot gefärbten Früchte und die prächtige gelb bis orangerote Herbstfärbung. Von den zahlreichen Arten und Sorten seien nur einige beispielhaft genannt:

- S. aucuparia var. edulis (Edel-Eberesche)

- S. torminalis (Elsbeere)

- S. aria (Mehlbeere) in Sorten

- S. domestica (Speierling)

Ebereschen eignen sich als attraktiver Solitärbaum im Garten und für hohe Gemischt-Hecken. Wichtig sind allerdings hohe Boden- und Luftfeuchte. Ansonsten ist der Baum recht anspruchslos. Schnittmaßnahmen sind in der Regel auf Grund des lockeren Wuchses nicht erforderlich.

Die Fruchtreife setzt am Baum Ende August bis Mitte September ein. Die Vollreife tritt allerdings Anfang Oktober ein. Je nach Reifegrad empfehlen sich unterschiedliche Verwertungsmöglichkeiten.

Die zur Reifezeit geernteten Früchte werden zu sehr wohlschmeckenden Marmeladen, Gelees und Kompott verwertet. Aus Vollreifen Früchten wird Saft, Likör, Wein oder Schnaps hergestellt. Auch das Trocknen zu "Rosinen" ist möglich. Zum Rohgenuss  ist nur die Edel-Eberesche geeignet. Alle anderen Sorten haben einen hohen Gehalt an Parasorbinsäure, die einen herben Geschmack verursacht.

   


  • Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die meisten der 25 Amelanchier-Arten sind in Nordamerika beheimatet, die Gemeine Felsenbirne (A. ovalis) und die Kupfer-Felsenbirne (A. lamarckii) jedoch heute in ganz Europa stark verbreitet. Die Kupfer-Felsenbirne bildet kleine, oft mehrstämmige Bäume oder Großsträucher bis 8 (-10) m aus. Bemerkenswert ist der bronzefarbene Austrieb, die auffallend weißen Blütentrauben im April-Mai und die orangerote Herbstfärbung.

Die Felsenbirnen gedeihen auf jedem normalen Gartenboden mit mäßiger Bodenfeuchte. Der Standort sollte möglichst sonnig sein. Die Sträucher sind sehr frosthart. Schnittmaßnahmen erübrigen sich, da der Strauch sehr locker wächst.

Die Früchte reifen von Juli bis August. Sie sind anfangs rot und verfärben sich im Reifestadium blauschwarz bis dunkelpurpur mit einem bläulichen Wachsbelag. Sie schmecken süß und sind saftig. Da die Früchte auch gerne von Vögeln verzehrt werden, sollte man zur Verwertung unbedingt frühzeitig ernten.

Felsenbirnen sind, direkt vom Baum gepflückt, gute Naschfrüchte für den Rohgenuss. Sie lassen sich aber auch gut zu Saft, Mus, Wein oder Marmelade (insbesondere Mischfruchtmarmelade) verarbeiten. Getrocknet werden sie als Korinthen verwendet

  


  • Haselnuss (Corylus avellana in Sorten)

Die Hasel ist eine Gehölzart, die in ganz Europa bis Westasien verbreitet ist und dort bis in Höhenlagen von 1400 m vorkommt. Sie wächst dort typisch an Waldesrändern oder im Unterholz von Laubmischwäldern. Sie wird dort 3-6 m hoch, mit zunächst breit-aufrechter Wuchsform, später auch ausladend. Die Hasel ist getrenntgeschlechtlich, d.h. es befinden sich weibliche und männliche Blüten auf der selben Pflanze. Auffällig sichtbar sind nur die männlichen, die als gelbe Kätzchen sichtbar sind. Die Hasel blühen früh, im März-April, und werden vom Wind bestäubt.

Die Haselnuss ist ein sehr frosthartes Gehölz und robustes Gehölz. Der Standort kann mäßig trocken bis feucht sein. Es werden alle Bodenarten außer nährstoffarmen Sandböden toleriert. Die Wurzeln sind empfindlich gegen hohe Salzgehalte und Bodenverdichtungen.

Die  Haselnuss ist ein wichtiges heimisches Gehölz für hohe Hecken, Abpflanzungen, Böschungen und zur Unterpflanzung unter hohen Bäumen. Sie lsst  sich gut "auf Stock setzen" oder mit Stauden unterpflanzen. 

Die Nussfrüchte sitzen zu 1-4 in zerschlitzten Becherhüllen. Sie reifen ab September und sind durch eine harte Schale geschützt. Haselnüsse sind nahrhaft und kalorienreich mit einem Fettgehalt von 60 %. Daneben enthalten sie aber auch 14 % Eiweiß und wertvolle Mineralstoffe.

Haselnüsse werden industriell zu einer Vielzahl wertvoller Produkte verarbeitet, u.a. Brotaufstrich, Schokoladenproduktion, Speiseöl und in der Kosmetikherstellung.
Im Hausgarten werden die Nüsse frisch verzehrt oder geröstet gegessen.

  


  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Der Schwarze Holunder ist in ganz Europa bis Westasien und Nordafrika verbreitet und kommt dort vom Tiefland bis in Höhen von 1500 m vor. Der Holunder bildet einen Großstrauch oder kleinen Baum bis 7 m Höhe. Auffällig ist der bei Berührung und Schnitt entstehende leicht unangenehme Geruch. Im Mai-Juni, nach dem Blattaustrieb, entstehen gewaltige tellerförmige doldenartige Rispen, die einen Durchmesser von ca 20 cm erreichen.

Der Holunderstrauch ist insgesamt anspruchslos. Legt man wert auf einen guten Fruchtertrag, sollte der Boden mäßig frisch, stickstoff- und humusreich sein. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig, er fördert aber den Fruchtertrag. An den Kurztrieben 1-jähriger Langtriebe werden die Blütendolden gebildet. Nach der Ernte werden die Langtriebe an der Basis entfernt bzw auf jüngere Äste abgeleitet.

Der Schwarze Holunder ist eine alte Kultur- und Heilpflanze, die bereits seit Jahrhunderten kultiviert und genutzt wird. Zur Fruchtgewinnung ist eine Einzelstellung sinnvoll, ansonsten wird der Holunder meist als Großstrauch in freiwachsende Hecken integriert, wo er selbst im Halbschatten noch gut gedeiht. Der Holunder stellt eine gute Bienenweide dar und dient Vögeln als Nahrungsquelle und Nistplatz.

Die Früchte, 5-7 mm große, schwarze, beerenartige Steinfrüchte, reifen etwa ab Mitte August und kippen dann, auf Grund des hohen Gewichtes des Fruchtstandes, ab. Ab September sind die Früchte tiefschwarz und reif. Holunderfrüchte sind zwar reich an Inhaltsstoffen, aber auf Grund des giftigen Glykosids Sambunigrin nicht zum Rohgenuss geeignet!

Auf Grund des giftigen Inhaltsstoffes Sambunigrin ist der Schwarze Holunder nicht zum Frischverzehr geeignet. Durch Erhitzen wird das Sambunigrin zerstört und die vielen Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten. Bei Gewinnung des Saftes sind die Samen, z.B. durch Passieren, zu entfernen. Der Saft wird zu Gelees, Nektar, Wein, Likör, Punsch oder als Beimengung für Milchprodukte genutzt. Die frischen Blüten werden zu dem sehr erfrischenden "Holundersekt" verarbeitet oder in Teig frittiert.

  


  • Kornelkirsche (Cornus mas)

Die Kornelkirsche ist eine der bedeutendsten Wildobstgehölze überhaupt - ihre Nutzung lässt sich bis ins Altertum verfolgen.
Die Heimat der Kornelkirsche erstreckt sich von Mittel- und Südeuropa bis Klein- und Mittelasien, zumeist in lichten Laubmischwäldern und an trockeneren Hängen. Sie wächst als baumartiger Strauch von 6-8 m Höhe heran und kann bis zu 100 Jahre alt werden. Der auffallend gelbe Blütenschmuck öffnet sich bereits Anfang März, weshalb der Baum als wichtige Bienenweide gilt. 

Die Kornelkirsche liebt sonnige bis halbschattige Standorte auf humosen, kalkhaltigen, nicht zu trockenen Standorten. Ansonsten sind die Sträucher anspruchslos und pflegeleicht.
Das Universalgehölz lässt sich vielseitig verwenden: Einzelstrauch, Baum, Gruppen- oder Heckengehölz. Die Früchte sind besonders vielseitig verwendbar. Das Gehölz gilt als ökologisch sehr wertvoll, da es vielen Nützlingen als Nähr- und Schutzgehölz dient.

Die Früchte, ca 2 cm langovale, glänzend rote, beerenartige Steinfrüchte, reifen ab Mitte August bis Ende September. Da die Früchte nicht gleichzeitig reif sind, kann nach und nach geerntet und verarbeitet werden. Reife Früchte sind dunkelrot und nur dann roh zum Frischverzehr geeignet, da sie ansonsten herb-säuerlich schmecken. Bemerkenswert ist der hohe Vitamin C-Gehalt von um die 100 mg/ 100 g.
Mittlerweile sind zahlreiche Sortenauslesen auf dem Markt, von denen 'Jolico' eine der bekanntesten und besten sein dürfte.

Nur vollreife Früchte schmecken süß und sind als Naschfrüchte empfehlenswert. Hervorragend lassen sich die Früchte zu äußerst schmackhaften Gelees und Marmeladen und erfrischenden Säften, Sirup, Wein und Likör verarbeiten. Süß-sauer eingelegt können sie, wie Preiselbeeren, sehr gut zu Wildgerichten gereicht werden - eine besonders pikante und ungewöhnliche Variante, mit der Sie Ihre Gäste überraschen können!

   


  • Maibeere (Lonicera caerula)

Die Maibeere, auch "Blaue Heckenkirsche genannt", ist über ganz Europa bis Mittel- und Ostasien beheimatet. Es handelt sich um einen sommergrünen, dicht verzweigten, 1-2 m hohen Strauch mit frühem, leicht spätfrostgefährdeten Austrieb. Die paarweise, trichterförmig angeordneten Blüten erscheinen im April-Mai.

Die Maibeere ist ein anspruchsloses, schattentolerantes, frosthartes Zier- und Obstgehölz. Da der Strauch Wurzel- und Schattendruck gut verträgt, eignet er sich auch hervorragend zur Unterpflanzung größerer Bäume. Da die Heckenkirschen generell kalkmeidend sind, sollte bei der Standortwahl auf kalkarmen, leicht sauren Boden geachtet werden. Besondere Pflege- oder Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig.

Die Beerenfrucht ist etwa 1 cm lang, leicht kugelig und  blauschwarz bereift. Die Beeren sind ab Ende Mai bis Juni reif. 
Die Sortenauslesen bekannter Sorten, wie 'Maistar' oder 'Maillon', reifen bereits ab Mitte mai. Sie sind als Naschfrüchte schmackhafter, als die wilde Art und erinnern im Geschmack an Heidelbeeren.

Neben dem Frischverzehr dieser sehr früh reifenden Beeren lassen sich sehr gute Säfte, Kompotte und Marmeladen, auch in der Mischung mit anderen Obstarten, herstellen.

  


  • Weiße Maulbeere (Morus alba)

Der Weiße Maulbeerbaum ist in Ostasien beheimatet und dort seit ca 4500 Jahren in Kultur. Nach Europa kam er erst relativ spät (ca 550 n.Chr.) und seit etwa 1700 wird er in Mitteleuropa angebaut. Maulbeerbäume können durchaus um 10 m hoch werden, meist werden sie aber als mehrstämmige Büsche nur 4-6 m hoch. Die Blüte im Mai ist unscheinbar als hängende Kätzchen.

Der Maulbeerbaum ist ein attraktiver Fruchtbaum für größere Gärten, bevorzugt in milderen Weinbauklimaten. Er bevorzugt warme, kalkhaltige Böden in vollsonniger Lage. 

Maulbeerbäume sind sehr fruchtbar. Bei den Früchten handelt es sich um brombeerartige Scheinfrüchte, die bis zu 2,5 cm groß werden. Die Fruchtfarbe ändert sich im Laufe der Reife von weiß über rot zu schwarz. Ab Ende Juli sind die Früchte reif und fallen in großen Mengen vom Baum. Zum Ernten werden einfach feinmaschige Netze oder Tücher unter den Baum gelegt.

Die Früchte des Weißen Maulbeerbaumes schmecken, roh verzehrt, süßlich, jedoch mit wenig Aroma. Sie lassen sich zu Saft oder Marmelade weiterverarbeiten oder durch Einkochen konservieren.

  


  • Mispel (Mespilus germanica)

Seit mehreren tausend Jahren ist die Mispel im östlichen Mittelmeerraum bekannt und wurde wahrscheinlich von Römern nach Mitteleuropa gebracht. Seither ist sie bei uns ein geschätztes Fruchtgehölz. Sie kommt bevorzugt an trocken-warmen Waldrändern vor, wo sie einen 3-6 m hohen Strauch bildet. Weiße Blüten stehen einzeln an den Triebenden im Mai-Juni. 

Die Mispel bevorzugt vollsonnige bis halbschattige Lagen und tiefgründige, kalkhaltige Böden. Ansonsten stellt sie keine speziellen Ansprüche oder Pflegemaßnahmen.
Mispeln eignen sich zur Einzelpflanzung oder zur Pflanzung in gemischte Hecken, sofern der Standort warm genug ist. 

Die Früchte der Wildform sind 2-3 cm groß, Früchte der Kulturformen erreichen 3-7 cm! Die Früchte sind von rostbrauner Farbe und meist apfel- oder birnenförmig. Bis zu den ersten Frösten bleiben die Früchte steinhart. Erst danach werden sie weich und schmecken angenehm säuerlich und aromatisch. Werden Früchte schon vor dem ersten Frost geerntet, müssen sie ca 20 Tage lagern, um weich und essbar zu werden.

Mispel-Früchte lassen sich nach entsprechender Reife durchaus roh essen. Einen noch höheren Stellenwert haben allerdings die Herstellung von Gelee und Marmelade, aber auch Saft und Likör. Mit Zucker, Wein und Butter gedämpft lässt sich auch besonders raffiniertes Püree und Kompott zubereiten.

   


  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

Der Gemeine Sanddorn hat ein ungewöhnlich großes natürliches Verbreitungsgebiet von Ost-, Mittel- und Kleinasien bis Mitteleuropa. Er besiedelt dort sowohl Flußtäler, als auch alpine Lagen bis 5000 Höhenmeter. Er wächst meist strauchartig 2-4 m hoch, zum Teil aber auch baumartig bis zu 10 m. Da er massenhaft weitausladende Ausläufer bildet, kann er schnell ganze Areale besiedeln. Der Sanddorn ist zweihäusig, d.h. für einen guten Fruchtertrag sind jeweils weibliche und männliche Pflanzen zu setzen (mindestens 1 männliche für bis zu 10 weibliche). Die unscheinbaren Blüten erscheinen Ende März bis Mitte April und werden vom Wind bestäubt.

Im Hausgarten sollte man dem Sanddorn unbedingt genügend Raum einräumen und dabei auch Befruchter und Wurzelausläufer berücksichtigen. In gemischten Hecken und sonnigen Abpflanzungen bietet sich oft genügend Raum an. Der Boden sollte unbedingt tiefgründig und locker-durchlässig sein - schwere Lehmböden oder Bodenverdichtungen werden schlecht vertragen. Auf Grund der Dichte des Busches ist der Sanddorn ein wichtiges Vogelschutz- und Vogelnährgehölz.

Die orangerot gefärbten Früchte reifen ab September-Oktober und haben einen sehr hohen Vitamin C-Gehalt. Die Früchte sollten sofort mit Beginn der Reife geerntet werden, da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe rapide abnehmen. Leider ist das Pflücken einzelner Beeren aufwendig, so dass oftmals ein Auslichtungsschnitt älterer Fruchtäste einhergeht.

Selbst im Reifezustand sind die Früchte oftmals leicht sauer. Zur Verwertung wird daher oft zunächst ein Rohsaft hergestellt, der zu Gelee, Sirup oder Süßmost weiterverarbeitet wird. Getrocknete Früchte eignen sich sehr gut als Zusatz zu Müsli-Mischungen. Das Fruchtmark ergibt eine hervorragende Marmelade.

  


  • Schlehe (Prunus spinosa)

Die Schlehe kommt heute in ganz Europa bis Westasien vor und ist selbst in Nordwestafrika eingebürgert. Als lichthungriges Gehölz kommt sie entlang sonnenexponierten Waldrändern, Kahlschlägen oder Fels- und Schutthängen vor. Die Schlehe entwickelt sich zu einem 2-3 m hohen sparrig verzweigtem Busch mit stark bedornten Ästen, die dichte Dickichte bilden. Die Schlehe blüht früh ab März mit 1-1,5 cm großem Blüten, die sehr zahlreich erscheinen.

Die Schlehe wächst auf allen Standorten, sofern keine extreme Bedingungen vorliegen. Spezielle Schnitt- oder Pflegemaßnahmen sind nicht notwendig. Wegen des großen Ausbreitungsdranges eignet sich die Schlehe nur für entsprechend große Gärten oder in freiwachsenden Hecken. Sie gelten als ökologisch sehr wertvolles Bienennähr-, Vogelschutz- und Vogelnährgehölz.

Ab Ende September bilden sich kugel- bis eiförmige, ca 1,5 cm große Steinfrüchte aus. Die Früchte verbleiben bis in den Winter hinein am Strauch und werden erst nach Frosteinwirkung essbar. Sie schmecken dann süß-säuerlich mit hohem Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Pro Pflanze können bis zu 30 kg Früchte geerntet werden. 

Obwohl die Früchte nach der Frosteinwirkung durchaus zum Rohverzehr geeignet sind, werden sie in der Regel weiter verarbeitet. Sie bieten sich besonders als Mischfrucht in der Verarbeitung zu Saft, Gelee, Sirup oder Marmelade zu anderen, säurearmen Früchten an. Besonders vorzüglich schmecken sie aber in der Verarbeitung als Schlehengeist, Schlehenlikör, Schlehenwein oder Schlehensüßmost.

  


  • Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius)

Die Japanische Weinbeere stammt aus Ostasien und ist eine Verwandte von Himbeere und Brombeere. Die Pflanze entwickelt sich zu einem 2-3 m hohen Strauch mit aufrechten Grundstämmen mit überhängenden Seitentrieben. Alle Trieb sind dicht borstig behaart. Die rötlichen Borsten stellen im Winter einen interessanten Zieraspekt dar. Die Pflanzen entwickeln Würzelausläufer ähnlich den Himbeeren. Von Juni bis August erscheinen hellrosa Blüten, die in kleinen Trauben angeordnet sind. 

Die Japanische Weinbeere bevorzugt geschützte Lagen (Weinbauklima), in strengen Wintern etwas Winterschutz aus Fichtenreisig zu empfehlen. Schnittmaßnahmen beschränken sich auf das Entfernen alter, trockener Triebe.

Als Fruchtstrauch sind die Grundstämme, ähnlich wie Brombeerruten, an einem Klettergerüst oder entlang von Zäunen oder Mauern aufzubinden. Ansonsten eignet sich der Strauch auch zur Unterpflanzung im Halbschatten oder zur Integration in freiwachsende Wildfruchthecken.
Die halbkugeligen, intensiv rot leuchtenden Früchte schmecken angenehm säuerlich mit intensivem Waldfruchtaroma.

Obwohl sich aus der Japanischen Weinbeere hervorragende Marmeladen herstellen ließen, werden sie Früchte auf Grund guten Geschmackes meist frisch vom Strauch gegessen oder mit Natur-Joghurts vermischt.

  


  • Wildrosen in verschiedenen Arten (Rosa ssp.)

Von den etwa 200 Wildrosenarten sind zwar etliche zur Fruchtverwertung geeignet, die bekannteste von allen ist sicherlich die Kartoffelrose (Rosa rugosa), die sich nicht zuletzt wegen Ihres hohen Fruchtfleischanteils empfiehlt.

Die Kartoffelrose wurde vor ca 150 Jahren aus Ostasien bei uns eingebürgert und ist mittlerweile in weiten Landesteilen verwildert. Die Pflanze ist sehr winterhart, insgesamt sehr robust und wenig anfällig für Krankheiten. Sie wird gut 1-1,5 m hoch, mit gefiederten, derb-grünem Laub und attraktiven, 6-9 cm breiten, karminrot bis rosa Blüten. Von August bis Oktober entwickeln sich ca 2,5 cm große, flachkugelige, sehr fleischige Hagebutten.

Die Kartoffel- oder Apfelrose bevorzugt vollsonnige Standorte auf mittelschweren, durchlässigen Böden, die nicht zu kalkhaltig sein dürfen. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist eigentlich nicht erforderlich, er fördert jedoch den basalen Neutrieb und somit die Blühwilligkeit. Außerdem bleiben die Pflanzen dadurch kompakt. Ein Verjüngungsschnitt ist somit in einem festen Turnus (z.B. alle 2 Jahre) zu empfehlen.

Die Hagebutten zeichnen sich durch einen besonders hohen Vitamin C-Gehalt aus. Neben weiteren Vitaminen sind hohe Gehalte an Mineralstoffen und Fruchtsäuren enthalten. Die Früchte sind zeitig zu verarbeiten, da ansonsten Vögel gerne die Früchte verzehren.

Die Hagebutten-Früchte lassen sich im frischen Zustand leicht zu Mus, Marmelade, Saft, Wein Likör oder schmackhaften Chutneys verarbeiten.
Getrocknete Früchte und Laubblätter dienen der Teebereitung.

   




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