Zum Sängerhof Online-Shop

Zertifiziertes Fachgartencenter

Eifel

Newsletter

Newsletter

Wir informieren Sie rechtzeitig über unsere neuen Artikel und Angebote

Mehr>>

Sie befinden sich hier: Tipps > Dezember 

Winterharte Palmen in Deutschland


Hanfpalme unter tiefer Schneedecke

Sowohl die deutsche Gartenbautradition, als auch der allgemeine Volksglaube, gingen bis vor kurzem noch davon aus, dass sich eine erfolgreiche Freilandhaltung von Palmen nur auf die Klimazonen der Tropen und Suptropen (zwischem den 30 ° südlicher Breite und dem 30° nördlicher Breite) beschränkt. Erst in den letzten 10 bis 20 Jahren mehren sich Erfahrungsberichte vom erfolgreichen Kultivieren von Palmen bis in die südlichen Breiten Skandinaviens. Bei uns in Deutschland sind die Freilandpalmen in den Weinbauklimaten mittlerweile nichts Besonderes mehr. Aber auch in den kälteren Regionen lassen sich Palmen unter bestimmten Begingungen erfolgreich überwintern. In diesem Tipp wollen wir Ihnen vermitteln, welche Palmenarten- und Sorten in Frage kommen, welche klimatischen Bedingungen gegeben sein müssen und was Sie bei Pflanzung und Pflege beachten müssen.

 

Entscheidend für einen dauerhaften Erfolg mit Freilandpalmen ist zunächst das regionale Klima innerhalb Deutschland .......

Regionalklimakarte Deutschland


Neben den absoluten Tiefsttemperaturen gilt als entscheidendes Kriterium die mittlere Januartemperatur. Es handelt sich dabei um die kombinierten Tages- und Nachttemperaturwerte eines jeden Tages im Januar, des kältesten Monats im Jahr in Deutschland. In den Gebieten mit einem Januarmittel über 0°C herrschen die günstigsten Bedingungen für eine erfolgreiche Freilandkultur von Palmen. In einem durchschnittlichen Winter werden die Palmen kaum Schaden nehmen oder nur einige Wedel verlieren. In Regionen mit einem Januarmittel von 0° bis -1,5 ° C ist eine Auspflanzung nur mit einem dem Winterklima angepaßten Winterschutz möglich. In allen Regionen mit einem Januarmittel unter -1,5 ° C ist eine Freilandkultur von Palmen nur mit erhöhtem technischen Aufwand möglich (z.B. beheizbare Folienhäuser) und daher nicht zu empfehlen. Wie die Karte zeigt, lassen sich in Deutschland drei Regionen als besonders günstig erkennen: der gesamte westdeutsche Raum (Höhenlagen abgesehen), die norddeutschen Küstenregionen und ein kleines Gebiet rund um den Bodensee.

 

Das regionale Klima innerhalb Deutschlands wird durch lokale Einflüsse weiter differenziert. Da das Lokalklima erheblichen Einfluß auf die Standortfaktoren hat, sind sie oft mit entscheidend, ob eine Freilandkultur von Palmen Sinn hat oder nicht. Wesentliche Faktoren sind hier:

  • Stadt- und Landklima: In Städten und städtischen Industrielagen herrscht oftmals ein deutlich milderes, ausgeglicheneres Klima.  Die mittleren Minimumtemperaturen im Winter liegen zwischen ein und zwei Grad höher, als im ländlichen Raum. Winterliche Extremwerte können 5 bis 10° C abgemildert werden.
  • Wald und Wiese: Wald und Waldrandgebiete zeichnen sich durch gleichmäßig kühle Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit aus. Positiv wirkt sich der Windschutz auf das Wachstum von Palmen aus. Offene Wiesengebiete heizen sich tagsüber rasch auf, kühlen aber nachts ebenso schnell ab. Über dem offenen Gelände kommt es zu starken Luftbewegungen.
  • Flüsse, Seen, Meer: Festland erwärmt sich drei- bis viermal schneller als Wasser, es kühlt sich allerdings im gleichen Verhältnis rascher ab. Wasser absorbiert und speichert Wärme in großem Umfang. Dadurch werden Extremtemperaturen abgemildert. Der mildernde Effekt vergrößert sich mit der Größe des Gewässers. Gärten in Küstennähe und an großen Seen haben ein milderes und insgesamt ausgeglicheneres Klima (z.B. Bodensee). Hinzu kommt, dass Gärten in Gewässernähe häufiger von Nebel betroffen sind, der als natürlicher Frostschutz wirkt.
  • Berg und Tal: Im Jahresmittel nimmt die Lufttemperatur pro 100 Höhenmeter um ca 0,5 ° ab. Das heißt höher gelegene Standorte werden zunehmend ungünstig für die Palmenkultur. In Tälern, Mulden und Senken besteht im Winter erhöhte Gefahr durch die Bildung von Kaltluftseen, wo  extrem niedrige Temperaturen entstehen. Gärten an Südhängen haben ein insgesamt wärmeres Klima.  Dies wird zusätzlich durch wärmespeichernde Hauswände, Mauern o.ä. gefördert.



Gute Regeneration der Hanfpalme nach Frostschäden

Jede Palmenart hat zwar ihre individuellen Ansprüche an Temperaturen, Licht, Wasser und Nährstoffe, jedoch gibt es bei den winterharten Palmen viele Gemeinsamkeiten, die unter den Allgemeinen Kulturanforderungen zusammengefasst werden können:

  • Die bedeutenste Frage ist dabei die nach der Frostverträglichkeit, die zwar zunächst einmal genetisch vorgegeben, aber durchaus beeinflussbar, ist. Durch Abhärtung können wir viel zum Überleben der Palmen beitragen. Wachsendes, nicht ausgereiftes Pflanzengewebe ist besonders empfindlich gegenüber Frosttemperaturen.Daher sollte im Spätsommer (ab August) nicht mehr gedüngt werden. Wichtig ist auch eine allmähliche Anpassung an kalte Temperaturen. Nicht selten werden die Pflanzen zu früh (bereits bei leichten Nachtfrösten) eingepackt. Dies bewirkt eine mangelhafte Ausbildung der Frosttoleranz und eine erhöhte Anfälligkeit bei wirklich kalten Temperaturen. Weniger Winterschutz kann also zu mehr Erfolg führen! Trotzdem sollte man sich frühzeitig mit Winterschutzmaterial ausstatten, um bei Nachtfrösten unter - 5° (-10°C) schnell handeln zu können. Bedeutend für die Frosttoleranz ist auch die Höhe der Boden- und Luftfeuchte. Bei feuchter Luft bilden sich auf dem Blättern Eiskristalle, die die Frosttolernaz herabsetzen. Durch hohe Bodenfeuchte im Winter können Wurzeln geschädigt werden. Sinnvoll ist daher ein möglichst regengeschützter Standort und ein durchlässiger, tiefgründiger Boden.
  • Bei den Temperaturen spielt neben den Minimumtemperaturen auch der Wärmebedarf während der Wachstumsphase eine bedeutende Rolle. Man unterscheidet zwischen Mindesttemperaturen (10-18 °C) und Optimaltemperaturen (20-30 °C). Genügend Somerwärme ist zum einen wichtig für ein zufriedenstellendes Wachstum der Palmenarten, aber auch besonders wichtig für eine rasche Regeneration nach Frostschäden (zumeist nur Blattschäden) in härteren Wintern. Die Hanfpalme zeichnet sich durch eine besonders gute Regenrationsfähigkeit aus (siehe Beispiel rechts).
  • Der Lichtfaktor ist analog zum Temperaturfaktor zu sehen. Mit der Höhe der Sonneneinstrahlung erhöht sich das Temperaturniveau im Garten. Da alle Palmen aus südlichen Breiten stammen, ist ihr Licht- und Temperaturbedarf naturgemäß hoch. Sie bevorzugen ganzjährig einen vollsonnigen bis sonnigen Standort. Lediglich bei jungen Pflanzen ist in den ersten Wochen nach dem Einpflanzen unter Umständen ein Sonnenschutz sinnvoll. Hier leistet schon ein mobiler Sonnenschirm gute Dienste!
  • Dauerhaft starker Wind wirkt sich grundsätzlich negativ auf das Wachstum der Palmen aus. Im Sommer führt starker Wind zu einer Temperaturabkühlung, im Winter bewirken nördliche und östliche Winde meist eine extreme Kaltluftlage, nicht selten mit zweistelligen Frosttemperaturen. Bei starkem Sturm werden die immergrünen Palmwedel nicht selten regelrecht zerrissen und müssen später entfernt werden. Aus diesen Gründen sollte stets ein möglichst windgeschützter Standort gewählt werden. Ein guter Wetterschutz ist die beste Voraussetzung für ein günstiges Kleinklima!
  • Der Boden bildet das Fundament für die Pflanzen. Er dient zum einen zur Verankerung der zum Teil sehr kopflastigen Palmen (z.B. Hanfpalme), zum anderen als Wasser- und Nährstofflieferant. Der Bodenqualität kommt daher eine zentrale Bedeutung zu. Ideal ist ein guter lehmig-humoser, tiefgründig lockerer Gartenboden. Sandböden sind durch Zugabe von Humus und Tonminerlien (z.B. Bentonit) zu verbessern. Schwere Lehm- und Tonböden müssen tiefgründig gelockert und durch Zugabe von groben Sand, Lavagranulat, Bims o.ä. zu verbessern. Der ph- Wert sollte sich, wie bei vielen anderen Pflanzen auch, im Normbereich von 6,0 bis 7,0 bewegen.

Auspflanzen winterharter Palmen

Nachdem ein geeigneter Standort gefunden wurde, kann die winterharte Palme ausgepflanzt werden. Die ideale Pflanzeit ist Frühjahr von März bis Juni. So bleibt der Pflanze noch fast die gesamte Vegetationszeit zur Eingewöhnung an den neuen Standort. Wichtig ist, insbesondere bei früher Pflanzung, dass die Palme an die Lichtverhältnisse im Freien gewöhnt ist. Achten Sie beim Kauf darauf, ob die Palme möglicherweise im Gewächshaus oder im Schatten stand und daher bei prallem Sonnenlicht Sonnenbrand bekommen könnte. Besser ist es, die Palme erst 1-2 Wochen an die Sonne zu gewöhnen bzw sie an sonnigen Tagen mit einem leichten Vlies zu schützen. Die Eingewöhnungsphase kann natürlich entfallen, wenn die Pflanze beim Gärtner bereits sonnig stand.

 

Optimale Pflanzgröße bei Hanfpalmen

Die Wahl der Palme richtet sich in erster Linie nach Ihren klimatischen Voraussetzungen und in zweiter Linie nach Ihrem Geschmack. Empfehlenswert sind grundsätzlich die Hanfpalmen (Trachcarpus fortunei und T. wagnerianus).  Sie sind pflegeleicht und zuverlässig wachsend (siehe Porträts unten). Es gibt keine ideale, allgemeingültige Auspflanzgröße. Angebot und Preis bestimmen oft die Auswahl. Wir bieten Hanfpalmen preisgünstig in Größen um 100 cm an. In dieser Größe sind die Hanfpalmen nicht mehr allzu empfindlich und Ausfälle minimal. Achten Sie beim Kauf auf feste, gut durchwurzelte Ballen. Ist der Ballen nicht fest durchwurzelt, halten Sie die Palme besser noch 1-2 Jahre im Topf. Die Blattkrone sollte kompakt sein und bereits mehrere gesunde Blätter besitzen. Achten Sie auf kurze Blattstiele und feste Blätter, die für Freilandpalmen typisch sind.



Zum Pflanzen selbst ist ein ausreichend großes Pflanzloch zu graben. Dieses sollte gut doppelt so groß sein, wie der Wurzelballen der Palme. Der Aushub wird mit reichlich Humus (Komposterde oder Pflanzerde) vermischt. Insbesondere bei schweren Lehm- und Tonböden ist der Untergrund tief zu lockern und eine zusätzliche Drainageschicht aus Lavagranulat, Kies, Blähton oder Vulkansplitt einzubringen. Da die Palmen im Wurzelbereich nässeempfindlich sind, ist es sinnvoll den Wurzelballen etwas erhöht zu setzen (wie im Bild rechts). Wichtig ist dann jedoch den Wurzelbereich im Winter mit einer Mulchauflage vor starken Frösten zu schützen.


Bei leichtern Sandböden wird auf die erhöhte Pflanzung verzichtet. Die palme wird auf das Niveau des Wurzelballens wieder eingepflanzt, gut angetreten und anschließend kräftig gewässert. Insbesondere auf leichten Sandböden und bei größeren Palmen ist das Pfählen mittels Koskosstrick (siehe Bild rechts) besonders ratsam, da diese Palmen zumindest im ersten Standjahr, nicht standfest sind.

An sonnig- heißen Tagen nach dem Pflanzen ist auf Sonnenschutz und ausreichende Wasserversorgung zu achten.

Möglicherweise ist der stolze Palemnbesitzer im ersten Jahr etwas enttäuscht von dem geringen Wachstum der Palme. Nicht selten erfolgt nach dem Auspflanzen eine mehr oder weniger ausgeprägte Eingewöhnungsphase an den neuen Standort. Ausserdem wird die Palme zunächst interirdisch mit dem Wachstum beginnen, um am neuen Standort einzuwurzeln. Erst danach, meist erst im zweiten Standjahr, setzt ein Wachstumsschub ein. Wichtig: versuchen Sie nicht durch reiche Düngergaben das Wachstum der palme anzuregen. Für das erste Jahr hat die Palme durch den Pflanzhumus genügend Nährstoffe. Zusätzlicher Dünger könnte eher schaden!

    

   

Winterschutz für ausgepflanzte Palmen

Bei guter Standort- und richtiger Pflanzenauswahl wird man häufig mit wenig zusätzlichem Winterschutz auskommen. Ein dem Winterklima angepasster Winterschutz sollte erst dann errichtet werden, wenn die Temperatur sich bis auf ca 5° an die Frosttoleranz der Palme genähert hat bzw wenn Dauerforstlagen (Nordost-Wetterlagen im Winter) drohen. Beachten Sie jedoch unbedingt, dass jüngere Palmen in den ersten Jahren empfindlicher sind, als etablierte Exemplare. Auch die Art der Frostereignisse sollte berücksichtigt werden.

In den wintermilden Regionen Deutschlands brauchen die hier vorgestellten Palmen kaum Winterschutz. Oft genügt ein Regen- und Wurzelschutz und bei stärkerem Frost ein einfaches Umwickeln mit Frostschutzvlies (= leichter Winterschutz). Ein ausreichender Regenschutz für den nässeempfindlichen Wachstumspunkt erreicht man, indem der Blattschopf einfach zusamengebunden wird (im Bild unten links). An wärmeren, freundlichen Tagen sollte der Regenschutz durchaus geöffnet werden, um der Palme ein Maximum an Licht zu gewähren und um Kondenswasser abtrocknen zu lassen.

Mit zunehmend rauherer Lage müssen die Winterschutzmaßnahmen aufwändiger gestaltet werden. Praktisch ist das Umwehren mit einer Schilfrohr- oder Reetmatte (= mittlerer Winterschutz), gegebenenfalls mehrfach. Der innere Wurzelbereich kann hier praktisch mit trockenem Laub aufgefüllt werden, was einen optimalen Wurzelschutz gewährleistet. Bei stärkeren Frösten wird der obere Blattschopf zusammengebunden und mit mehreren Lagen Frostschutzvlies umwickelt. Bitte benutzen Sie zum Einwickeln keine Folie! Folie verhindert den Gasaustausch, es kommt rasch zu Schwitzwasserbildung mit der Gefahr einer Herzfäule an der Palme. Bei Sonnenschein wird es unter der Folie schnell sehr warm und dies könnte zu Lasten der Frosttoleranz gehen.

Besser ist dann das Umbauen der Palme mit einem Lattengerüst und Luftpolsterfolie (starker Winterschutz), die zumindest auf einer Seite rasch auf- und zugeklappt werden könnte. Vorteil des Umbauens: Man erreicht gleichzeitig einen sehr guten Nässeschutz. Natürlich ist das Umbauen recht aufwändig, aber durchaus lohnenswert!



Leichter Winterschutz


Mittlerer Winterschutz


Starker Winterschutz

   

   

Winterharte Palmenarten im Portrait


  • Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix)

Die Nadelpalme gilt unbestritten als die frosthärteste Palme überhaupt. Ihr recht gedrungener Wuchs mit nur kurzem Stamm macht sie auch für kleinere Gärten interessant. Leider ist die Nadelpalme im Handel in Deutschland kaum zu bekommen.

Die Nadelpalme kann insgesamt 2-3 m hoch werden. Sie wächst jedoch sehr langsam. Das flache Wurzelwerk kann dazu führen, dass große, schwere Pflanzen im Herbst - Winter, z.B. unter Schneelast zur Seite kippen. In solchen Fällen bilden sich dann neue Horste, so dass sich erhebliche Pflanzendurchmesser bilden können. Der Stamm wird kaum höher als 1 m. Er bildet spitze Stachen, die bis zu 20 cm lang sein können und eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr darstellen.

Als Standort sollte ein vollsonniger Platz mit viel Sommerwärme gewählt werden. Viel Sonne und Wärme, vor allem im Herbst, fordert das Wachstum und die Frosthärte.
Die Windfestigkeit ist gering. Blätter werden rasch zerstört und ältere Pflanzen kippen wegen der schlechten Standfestigkeit um. Auf windgeschützte Standorte ist daher zu achten! Trockenheit der bekommt der Waldpflanze nicht. Vor allem im Sommer ist auf regelmäßige Wasserzufuhr zu achten!

 Die Fröstverträglichkeit liegt mit -14 bis -24 °C auch für deutsche Verhältnisse sehr hoch. An der Ostküste der USA haben Pflanzen Fröste bis -30° überlebt. Trotz allen gilt es die Pflanze im Winter bei zweistelligen Minusgraden zu schützen. Allerdings genügt hier ein einfacher Frostschutzvlies oder Reetmatten, die um Stamm und Blattkrone gewicklet werden.

  


  • Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)

Die Hanfpalme mit Wurzeln in Fernost (Feucht-schattige Bergwälder Chinas) ist an das Klima in Mitteleuropa perfekt angepasst. Sie ist die Palme, die bei uns am häufigsten angeboten wird. Sie braucht nicht zu viel Sommerwärme, gedeiht noch leidlich im halbschattigen Bereich und kann in allen wintermilden Regionen problemlos ausgepflanzt werden. Für eine frostverträglich Palme wächst sie recht schnell und bildet schon nach wenigen Jahren einen ansehnlichen Stamm. Nach etwa 10 Jahren bzw ca 1 m Stammhöhe beginnt die Pflanze an zu blühen. Die größten Exemplare in Westdeutschland haben mittlerweile Größen von 6-8 m erreicht.

Die Frosttoleranz der Hanfpalme liegt zwischen -12 bis -18 °C. Ab -12 ° C muß man bei einer ungeschützten Palme mit ersten Blattschäden rechnen, ab -14°c beginnen die äußeren Blätter abzusterben. Allerdings werden Blätter im Sommer bei günstigen Bedingungen rasch neu gebildet. Der Vegetationspunkt im Inneren des Stammes trotzt auch Temperaturen unter - 17°!

  


  • Zwergpalmetto (Sabal minor)

Die Zwergpalmetto ist nach der Nadelpalme die zweithärteste Palme überhaupt. Sie bildet nur selten einen aufrechten Stamm aus und bleibt daher recht klein (1-3 m). Da die einzelnen Palmwedel eine erhebliche Länge haben (100-150 cm), hat die Krone bei 10-12 Wedeln einen erheblichen Platzanspruch von 1-2 m².

Der Lichtbedarf die Palme ist hoch. Auch wenn die Zwergpalmetto am Naturstandort (im Südosten der USA) auch im tiefen Schatten wächst, ist bei uns ein vollsonniger, warmer Standort wichtig, zumal ein sonnig-trockener Standort im Herbst die Frösthärte erheblich fördert. Insgesamt werden Regen und Schnee gut vertragen und es kommt selten zu Winterausfällen.

 Die Frosthärte ist insgesamt sehr gut. Die Frostgrenze liegt bei -12 bis -20 °C. Überleben kann die Pflanze auch bei noch tieferen Temperaturen. Sollten Pflanzen bei Extremfrösten oberirdisch stark geschädigt werden, so schlagen sie recht gut aus dem unterirdischen Stamm neu aus. Eine dicke Mulchschicht aus Laub oder Stroh schützt das unterirdische Wachstumszentrum in jedem Fall vor ernsteren Schäden.

 


  • Zwergpalme (Chamaerops humilis)

Die Zwergpalme ist als Kübelpflanze in Mitteleuropa schon lange bekannt. Kaum eine andere Palme ist so genügsam und zuverlässig wie sie. Da sie nur zu den bedingt winterharten Palmen zählt, ist ein Auspflanzen nur in ausgesprochen wintermilden Gebieten empfehlenswert. In jedem Fall benötigt sie bei Frösten im zweistelligen Bereich zusätzlichen Winterschutz (Vlies o.ä.).

Wie der Name bereits verrät, wird die Zwergpalme nur 1-2 m, ohne aufrechten Stamm, eher breit - ausläufertreibend. Die Palme treibt steife Fächerblätter, deren Stiele mit zahlreichen, kräftigen Dornen bewehrt sind (Vorsicht Verletzungsgefahr!). Auf Grund der geringen Größe ist die Windfestigkeit, im Vergleich zu den anderen Arten, sehr hoch.
Die Zwergpalme bevorzugt vollsonnig-warme, eher trockene Standorte. Besonders im Winter, bei andauernder Feuchte, besteht die Gefahr von Blattpilzinfektionen. Der Wasserbedarf ist gering - das ausgeprägte Wurzelwerk geht sehr effektiv mit den Feuchteresourcen um, d.h. im Sommer wird vorübergehende Trockenheit (vor allem im Kübel) toleriert.

Die Frostverträglichkeit liegt mit -10 bis -13 °C nicht so hoch wie bei den vorgenannten Arten. Bei stärkeren Frösten kommt es häufig zu mehr oder weniger gravierenden Blattverlusten, die in der Regel zögerlich aus dem Wurzelstock ausgeglichen werden können. Daher ist neben dem Schutz mit Frostschutzvlies das Mulchen der Bodendecke besonders wichtig. So kann ein Totalverlust in meistens vermieden werden.

  

 

Unser Buchtipp zum Thema "Winterharte Palmen":

Unser Buchtipp zum Thema

" Winterharte Palmen"

                    In Mitteleuropa erfolgreich auspflanzen, pflegen und überwintern                   

Mit 36 Arten im ausführlichen Portrait!

von Mario Stahler und Tobias W. Spanner

Jetzt auch in unserem ONLINESHOP erhältlich.

Druckversion
zum Seitenanfang