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16. Dezember 2018 Sonntagsverkauf 12 -17 Uhr
 mit großem Weihnachtsbaumverkauf

Das Schneiden von Obstbäumen

Der Schnitt von Obstgehölzen ist sehr differenziert zu betrachten und wird selbst unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Als Pflegemaßnahme im Garten wollen wir uns hier auf den reinen Erhaltungsschnitt konzentrieren, wohl wissend, dass Aufbau- und Verjüngungsschnitt eine große Bedeutung haben.

Kernobst

Entscheidend ist, dass der Baum in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen vegetativem Wachstum und Blühen (und Fruchten) gehalten wird (physiologisches Gleichgewicht). Vermeiden Sie unbedingt zu viel Schnitt und prüfen Sie jährlich die Stellung der Leitäste, die vom Stamm weggehen. Sie sollten annähernd waagrecht wachsen, so wird das Wachstum gebremst und gleichzeitig viel Kurztriebe mit reichem Blütenansatz gebildet.

In den ersten Jahren nach der Pflanzung sollten Sie die Leitäste durch Herunterbinden oder Beschweren mit Gewichten waagrecht stellen. Später übernimmt diese Funktion das Gewicht des Fruchtbehangs.

So gepflegte Bäume verursachen nur ein Minimum an Erhaltungsschnitt. Die Stammverlängerung wird jährlich zurückgenommen, damit der Baum nicht zu hoch wird. Die Leit- und Seitenäste werden eingekürzt, wobei auf jüngere Trieb abgeleitet wird. Abgekippte Fruchtäste werden auf einen Neutrieb gesetzt und fördern so die Fruchtholz-Neubildung.

Winterschnitt an der Birne

Erhöhung der Fruchtbarkeit beim Kernobst

Herunterbinden von Jungtrieben ist eher eine Maßnahme der Baumerziehung und bewirkt eine frühe Bildung von Fruchtholz bei gleichzeitiger Reduzierung eines starken vegetativen Wachstums.

Kleine, selbstgegossene Gewichte aus Beton (in alte Joghurt-Becher gießen) bewirken das frühe Abkippen der Seitentriebe. Es bewirkt ebenfalls eine verstärkte Anlage von Blütenknospen.

Herunterbinden von Steiltrieben regt zur Blütenbildung an
Obstgewichte bewirken das Abkippen von Steiltrieben

Wasserschosser am Kernobst

Wasserschoßer sind sehr weit verbreitet in Hausgärten und das Resultat laienhaften Schnittes. Sie entstehen durch zu starken Rückschnitt, wobei oft Aststummel stehen bleiben, aus denen sich oft gleich mehrere Steiltriebe (Reiter oder Ständer) bilden.

Sie sind unbedingt zu entfernen, um ein Überbauen des Baumes zu verhindern. Um einen erneuten, Starken Durchtrieb zu vermeiden sind verschiedene Techniken anzuwenden:

  • herausreißen der noch nicht verholzten Sommerschösslinge (Juli-August)
  • Winterschnitt erst kurz vor den Austrieb durchführen - dies nimmt dem Baum die Kraft
  • beim Winterschnitt nicht alle Schösslinge entfernen und versuchen auf waagrechte Triebe abzuleiten.
Wasserschosser sind sehr häufig an Birnen anzuteffen
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Steinobst

Steinobst wird generell im Sommer zurückgeschnitten, am besten unmittelbar nach der Ernte. Die verbliebeben Äste kommen dann verstärkt in Lichtgenuss und können bereits in der zweiten Sommerhälfte wieder reichlich Blütenknospen bilden.

Süßkirschen werden nur alle paar Jahre ausgelichtet. Dabei wird die gesamte Krone durch das Entfernen größerer Äste verjüngt. Der Schnitt im Juli-August läßt die zum Teil erheblichen großen Wunden rasch überwallen.

Beim Rückschnitt wird auf tiefer liegende, nach außen stehende Äste abgeleitet, so dass eine locker aufgebaute Krone entsteht.

lockerer Kronenaufbau einer üppigen Süßkirsche nach dem Sommerschnitt im August

Sauerkirsche und Pfirsich werden bilden Fruchttriebe vorwiegend am einjährigen Trieb. Durch jährlich scharfen Schnitt muss stets für neue Fruchttriebbildung gesorgt werden. Dazu werden die Bäume nach der Ernte auf tiefer liegende, nach außen ableitende Äste oder Triebe abgeleitet. Dies bewirkt auch dass die zur Überbauung neigenden Obstarten nicht von unten her verkahlen, sondern immer wieder von der Basis neu austreiben.

Die häufigsten Fehler beim Schneiden von Obstgehölzen

  • Gar nicht schneiden:
    Ist bis auf wenige Ausnahmen gar keine gute Idee. Die Gehölze vergreisen, setzen erst weniger und später kaum noch Blüten und Früchte an.
  • Zu zaghaft schneiden:
    Etwa, wenn Sie Triebe nur am rand abschneiden oder immer in gleicher Höhe nur kappen. Führst im Enteffekt ebenfalls zum Vergreisen des Gehölzes
  • Dicke Haupttriebe wahllos kappen um Höhenwachstum zu begrenzen:
    Die Folge sind viele sich neu bildende Steiltriebe, die instabil sind und nur Holz produzieren, aber kaum Blüten und Früchte
  • Radikaler Rückschnitt:
    Fördert das Bilden von vielen senkrecht wachsenden Wasserschossern, die das Bauminnere verdunkeln und kaum Platz für Fruchttriebe lassen
  • Falscher Zeitpunkt:
    Falscher Schnittzeitpunkt kann den Blütenansatz (und damit die Ernte) zerstören. Von Oktober bis Dezember befinden sich die meisten Gehölze in Winterruhe und sollten nicht geschnitten werden. Ab Januar-Februar, je nach Wetterlage, kann Kernobst geschnitten werden (Winterschnitt). Steinobst wird im Sommerhalbjahr, direkt nach der Ernte geschnitten. Gleiches gilt für Johannis- und Stachelbeeren. Brombeeren, Reben und Kiwi zum Winterausgang Februar-März.

Schneiden von Johannisbeeren und Stachelbeeren

Rote und weiße Johannisbeeren werden jährlich nach der Ernte ausgelichtet. Dabei werden 3-jährige und ältere Äste bodennah entfernt( gut erkennbar an der dunklen, schwarz-braunen Rinde).. Belassen Sie jeweils 4-6 diesjährige und die gleiche Anzahl 1- und 2-jähriger Triebe. So sorgen Sie ein ausgewogenes Verhältnis frischer Jungtriebe und genügend älterer Fruchttriebe.

Schwarze Johannisbeeren bilden die besten Erträge am einjährigen Trieben. Es werden also jährlich nach der Ernte alle einjährigen Triebe entfernt, damit sich der diesjährige Durchtrieb kräftig entwickeln kann, um im Folgejahr reichlich zu fruchten.

Stachelbeeren werden analog zu den Johannisbeeren behandelt. Entfernen Sie im Rahmen der Ernte alle Triebe, die älter als 3 Jahre sind und belassen Sie jeweils 6-8 ein- und zweijährige Triebe.

Ausgelichteter Johannisbeerbusch nach der Ernte im Juli-August
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Erhaltungsschnitt an Himbeere und Brombeere

Sommertragende Himbeeren werden ebenfalls nach der Ernte ausgelichtet. Alle abgetragenen Ruten werden am Boden entfernt und von dem diesjährigen Zuwachs 4-6 Ruten pro Pflanze belassen.

Anders bei den herbsttragenden Himbeeren (z.B: die bekannte Autumn Bliss). Sie werden im Nachwinter (März) komplett über dem Boden abgeschnitten. Der neue Trieb bildet in der ersten Sommerhälfte Blüten, die ab August bis zum Frost Früchte bringen.

Bei der Brombeere werden im August alle Seitentriebe der frisch getriebenen Ruten auf ca 10 cm eingekürzt - hier bilden die Blütentriebe für das kommende Jahr. Abgetragene Ruten werden nach der Ernte im Herbst (bei früh reifenden Sorten), spätestens im Januar / Februar direkt über dem Boden abgeschnitten. So entsteht ausreichend Platz für die neuen Triebe.

  

Herbsthimbeeren werden jährlich komplett geschnitten und treiben frisch durch
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