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16. Dezember 2018 Sonntagsverkauf 12 -17 Uhr
 mit großem Weihnachtsbaumverkauf

Zimmerpflanzenpflege im Winter

Die meisten unserer Zimmerpflanzen entstammen dem tropischen und subtropischen Klimagürtel. Sie erfahren das ganze Jahr über annähend gleiche Wachstumsbedingungen. Der hiesige Winter mit Lichtmangel bei Tageslängen deutlich unter 10 Stunden, trockener Luft bei überheizten Räumen bei gleichzeitigem Übergießen bedeutet erheblichen Stress für die Zimmerpflanzen und endet nicht selten mit dem Eingehen der Pflanzen.
Wir wollen die wesentlichen Probleme detaillierter ansprechen und Tipps zum Problemlosen "Überwintern " der Zimmerpflanzen geben.

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1. Der Lichtfaktor

Im Winter brauchen die lichthungrigen Pflanzen jeden Lichtstrahl um vital zu bleiben. Neben der Tageslänge spielt dabei die Lichtintensität eine wichtige Rolle. Was wir dabei noch als hell empfinden ist für viele Tropenpflanzen schon zu dunkel. Nach wenigen Wochen stagniert das Wachstum, es bilden sich nur noch kleine Blätter, älteres Laub vergilbt und wird abgestoßen,  die Pflanzen wachsen selbst kleinsten Lichtquellen entgegen, buntes Laub vergrünt. Alles Anzeichen von Lichtmangel. 

Vermeiden Sie alles, was zusätzlich Schatten wirft: Reduzieren Sie Vorhänge und Jalousien auf ein Mindestmaß und halten Sie die Scheiben offen und sauber. Bedenken Sie das nur unmittelbar hinter der Scheibe 100 % des Lichtes ankommen. Lichtmessungen ergeben, das 1 Meter hinter der Scheibe nur noch 50 % des Lichtes ankommen, in 1,5 Meter Entfernung nur noch 25 %. Ab 2 Meter hinter der Scheibe überleben lichthungrige Pflanzen dauerhaft nur mit Kunstlicht! Zum Thema Kunstlicht lesen Sie unbedingt unseren Tipp Pflanzenleuchten - die Sonne aus der Steckdose. Entscheidend ist daher auch, wo ich welche Pflanzen platziere. Nordfenster erhalten das geringste Lichtangebot und sind für Blühpflanzen vollkommen ungeeignet. Es eignen sich eher Gewächse des tropischen Urwalds, wie Maranten, Farne, Baumfreund oder Alocasien. Ost- und Westfenster erhalten weiche Abend- und Morgensonne. Sie eignen sich daher für die meisten Grünpflanzen und sonnenempfindliche Blühpflanzen wie Orchideen oder Gloxinien. Das Südfenster bleibt reserviert für alle Pflanzen, die gerne vollsonnig mögen, u.a. Palmen und natürlich alle Kakteen und Sukkulente.Berücksichtigen Sie unbedingt die Regel, dass eine Pflanze umso kühler überwintert, je dunkler sie steht. Viele Pflanzen überstehen die Winterzeit in Form einer Ruhezeit kühl+trocken besser als in geheizten Räumen.   

Pflanzenleuchten ersetzen fehlendes Licht im Winter bzw in dunklen Zimmerecken
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2. Trockene Luft

Die tropischen Zimmerpflanzen haben es im Winter besonders schwer. Im gesamten tropischen Gürtel herrscht fast ganzjährig eine hohe Luftfeuchte um 90 %. Messungen in Privathäusern und Bürogebäuden haben Werte von nur 15 bis 40 % ergeben. Werte unter 40 % werden auch vom Menschen als unangenehm empfunden und können gesundheitsschädigend sein. Bei den Pflanzen bewirkt die niedrige Luftfeuchtigkeit, dass zu viel Wasser verdunstet werden muß. Blattspitzen und Blätter werden braun, Blütenknospen fallen ab und Schädlinge, vor allem Spinnmilben, sind auf dem Vormarsch. Vor allem Pflanzen mit großen, weichen Blättern (Beispiel Banane, Zimmerlinde, Alocasia-Arten), aber auch die klassischen Bewohner des tropischen Urwaldes (Farne, Orchideen, Bromelien, Tillandsien) sind gefährdet. 
Schaffen Sie diesen Pflanzen ein feuchtes Umfeld. Besprühen Sie die Pflanzen, wenn möglich mehrmals am Tag, mit einem feinen Zerstäuber. Benutzen Sie nur weiches, abgestandenes Wasser um Kalkflecke zu vermeiden. Vorsicht: Nebeln Sie nie Blüten ein! Stellen Sie empfindliche Pflanzen nie in Heizungsnähe auf. Sind Heizungen unter der Blumenbank angebracht, hilft das Aufstellen von Verdunstungsschalen. Füllen Sie dazu etwas Blähton oder Seramis in eine große Schale o.ä. auf die Sie die Pflanzen stellen. Nach dem Gießen verbleibt immer etwas Wasser in der Schale, das die Luftfeuchte rund um die Pflanzen erhöht. Auch Zimmerbrunnen und elektrische Luftbefeuchter können erheblich zur Erhöhung der Luftfeuchte beitragen. Bei Bodenheizung sollten Sie von vornherein auf empfindliche Pflanzen verzichten und besser solche mit ledrig-derben Blättern wählen (z.B. Ficus-Arten, Yucca, Elefantenfuß oder Flaschenbaum). Trotzdem sollten Sie auch diese nie unmittelbar auf dem Boden stellen, sondern Rolluntersetzer bevorzugen.

Verdunstungsschalen helfen die Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen zu erhöhen
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3. Wasserstress

Zimmerpflanzen im Winter richtig zu gießen erfordert einiges an Feingefühl und Erfahrung. Oft werden die Pflanzen im Winter zu Tode gegossen. Der Wasserverbrauch der Pflanzen bei der geringen Lichtmenge ist stark reduziert. Dies gilt umso mehr, wenn die Pflanzen kühl überwintert werden. 

Testen Sie kritisch vor jedem Gießen, ob die Pflanzen tatsächlich Wasser brauchen. Oberflächlich ist die Erde meist rasch abgetrocknet, darunter aber oft noch tage- mitunter sogar wochenlang feucht. Dies gilt insbesondere bei der Verwendung hochwertiger Erden mit hohem Tonanteil und bei Großgefäßen. Bei Zweifeln bohren Sie ruhig mit den Fingern oder eine Holzstäbchen in den Wurzelballen hinein. Gute Blumenerden schrumpfen beim Trocknungsprozess, ein untrügliches Zeichen das die Pflanze jetzt Wasser braucht. Fluten Sie die gesamte Topfoberfläche ohne die Pflanzen zu überbrausen. Nur so spülen Sie Salze in die Erde zurück, die sich sonst im oberen Wurzelbereich ansammeln. Überschüssiges Wasser im Unterteller bzw. Übertopf schütten Sie nach etwa 30 Minuten weg. Feuchte empfindliche Pflanzen wie Alpen- und Usambaraveilchen, Gloxinien und Bubikopf sollten Sie ausschließlich über den Untersetzer gießen. Ampelpflanzen, Orchideen und Farne sollten Sie bei Trockenheit am besten Tauchen bis keine Luftblasen mehr aufsteigen - danach die Pflanzen gut abtropfen lassen.
Noch ein paar Worte zur Wasserqualität. Gießen Sie mit abgestandenem, zimmerwarmen Wasser. Lauwarmes Wasser direkt vom Wasserkran ist für die Pflanzen oft schon zu heiß. Die meisten Zimmerpflanzen verlangen ein kalkarmes, weiches Wasser (4-8° dH). Regenwasser ist zwar kalkarm, heute aber, insbesondere in den Ballungsräumen, mit vielen Schadstoffen belastet

Düngen: In der Zeit der Kurztage (=Tage mit weniger 12 Stunden Tageslicht) von Ende September bis Ende März fahren die Zimmerpflanzen ihren Stoffwechsel herunter und sollten daher in dieser Zeit nicht gedüngt werden, damit sie zur Ruhe kommen und nicht im Dauerstress kränkeln. Oft finden sich auch noch genügend Nährsalze im Topfballenbereich, die nach und nach verbraucht werden. Wollen Sie trotzdem im Winter ihren Pflanzen etwas Gutes tun, sollten Sie Ihren Pflanzen mit Stärkungsmittel behandeln. Es handelt sich u.a. um Extrakte aus Meeresalgen, Schachtelhalm oder Baldrian, die gesprüht werden können. Sie stärken Pflanzenzellen und mobilisieren Abwehrkräfte, so dass Ihre Pflanzen auch im Winter vital bleiben.

Trockengeschrumpftes Substrat zeugt von ungleichmäßiger Bewässerung
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4. Schädlinge

Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig. Bei leichten Befall hilft das Abbrausen mit warmen Wasser und das Anbringen von Gelbtafeln. Bei akutem, stärkeren Befall empfehlen wir den Einsatz von "Combi-Stäbchen", die direkt in die Topferde gesteckt werden. Achten Sie besonders auf folgende Schädlinge:

  • Weiße Fliege - kleine weiße Fliegen saugen auf der Blattunterseite und fliegen bei Berührung auf
  • Woll-Läuse - hängen als dicke, weiße, wollige Büschel meistens in den Blattachseln
  • Schildläuse - sitzen häufig entlang der Mittelrippe auf der Blattunterseite fest
  • Spinnmilben - sitzen kaum sichtbar auf der Blattunterseite - erkennbar an den Saugschäden

 

 

Wohlfühl-Programm für Zimmerpflanzen

  • Widmen Sie Ihren Zimmerpflanze regelmäßig Ihre volle Aufmerksamkeit - prüfen Sie vor allem auf Feuchtigkeit und Schädlingsbefall

  • Entstauben Sie große, glatte Blätter immer wieder mit einem weichem, feuchtem Tuch - jede Schmutz- und Staubschicht hält Licht und Luftfeuchte ab

  • Aus dem gleichen Grund stellen Sie feintriebige und weichblättrige Pflanzen (z.B. Farne) öfters in die Badewanne und überbrausen Sie vorsichtig mit handwarmen Wasser - dies beugt auch Schädlingsbefall vor

  • Stellen Sie die Pflanzen auf der Fensterbank nicht zu dicht beieinander und lassen Sie die Blätter nicht die kalten Fensterscheiben berühren. Die Blätter sollten sich gerade so berühren - nur so erhalten die einzelnen Blattorgane genügend Licht und Luft

  • Lockern Sie die Erdoberfläche älterer Pflanzen mit einer alten Gabel, um die Wurzeln zu belüften und den Gasaustausch zu fördern - zu feuchte Pflanzen trocknen rascher wieder ab

  • Kälte ist Gift für unsere temperaturverwöhnten Zimmerpflanzen - bedenken Sie dies immer beim Lüften und vermeiden Sie unbedingt Zugluft (führt bei allen Zierfeigen zu drastischem Laubfall!!)

  • Auf "kalte Füße" und Bodenheizung reagieren alle Zimmerpflanzen empfindlich. Stellen Sie die Pflanzen am Boden auf Rolluntersetzer, ansonsten auf Unterlagen aus Kork, Styropor oder Pappe.

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