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16. Dezember 2018 Sonntagsverkauf 12 -17 Uhr
 mit großem Weihnachtsbaumverkauf

Renaissance der "Alten Rosen"

Bereits seit einigen Jahren erleben die Alten Rosenschätze eine zunehmende Wertschätzung in unserer modernen Zeit. Grund genug für uns, diese interessante Rosengruppe etwas detaillierter vorzustellen.Es sind vor allem die üppig gefüllten Blüten, wie man sie von Bildern Alter Meister kennt, die von außerordentlicher Schönheit sind. Auch der intensive, süße Duft der Alten Rosen wird von keiner modernen Rose erreicht. Das Spektrum der Blütenfarben, -formen, der Duftvarianten und Wuchseigenschaften ist fast unerschöpflich.  Die meisten Sorten blühen im Sommer nur wenige Wochen, aber mit einer verschwenderischen Blütenfülle. Trotzdem waren die alten Sorten zu Anfang des 20. Jahrhunderts aus den Gärten fast verschwunden. Die Konkurrenz moderner Rosensorten, die mehrfach blühen und neue Farbvarianten eröffneten, war einfach zu groß. Heute erleben die Alten Rosen ihre Renaissance. Sie ergänzen und beleben das Rosensortiment und setzen sowohl als Solitär in exponierter Lage, als auch in gemischten Rabatten einmalige Akzente.

Als Alte Rosen werden alle Rosenklassen zusammengefasst, die bereits 1867, dem Beginn der modernen Rosenzüchtung, vorhanden waren. Eröffnet wurde die Rosen-Neuzeit damals durch die Züchtung der ersten Teehybride 'La France', der  Kreuzung einer Remontant-Rose mit einer Tee-Rose. 
Die Züchtungsgeschichte der Alten Rosen ist in zwei Epochen zu unterteilen, die jeweils unterschiedliche Rosenklassen hervorgebracht haben:

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1. Alte Rosen bis Ende des 18. Jahrhunderts

Die erste Epoche dauerte bis Ende des 18. Jahrhunderts. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in Europa außer den Wildrosen nur Rosen aus dem europäisch-vorderasiatischen Raum. Aus diesem Erbmaterial sind die Alba-, Gallica-, Damascena- und Centifolia-Rosen hervorgegangen:

Alba-Rosen

Schon zur Zeit der Griechen und Römer ist die Rosa alba, die Weiße Rose, in Kultur - sie zählt damit zu den ältesten Gartenrosen überhaupt. Rosa alba und ihre Formen zeichnen sich durch einen kräftigen, buschigen, oft überhängenden Wuchs und eine große Winterhärte aus. Das Laub ist sehr gesund , der graugrüne Farbton harmoniert reizvoll mit den zarten Blütenfarben. Die Blüten sind bei allen Sorten duftend, zum Teil hervorragend duftend, meist gut gefüllt und sehr gleichmäßig gebaut. Die Blütenfarben sind in zarten Pastellfarben, von weiß bis rosa in allen Nuancen. Die Blütezeit liegt von Ende Mai bis Ende Juli.Die dichten, robusten Büsche eignen sich sogar für kalte, hohe Lagen und insbesondere zur dichten Heckenpflanzung. Ein jährlich kräftiger Rückschnitt hält die Pflanzung in Form.

Empfehlenswerte Alba-Sorten:'Maxima'-'Celeste', 'Felicite Parmentier', 'Madame Plantier', 'Königin von Dänemark', 'Maidens Blush'   

Alba-Rose Felicite Parmentier
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Gallica-Rosen

Die Gallische Rose ist in Mitteleuropa heimisch und eine Stammmutter der alten Gartenrose. Ihre Urform, R. gallica pumila, hat vielen gallica-Rosen einen vorzüglichen Duft mitgegeben. Eine besondere Rolle spielte seit jeher R. gallica 'Officinalis', die Apotheker-Rose, aus der das begehrte Rosenöl gewonnen wurde.

Die Büsche zeichnen sich durch eine gute Gesundheit und Winterhärte aus. Sie sind kompakt im Wuchs (ca 1 m) und meist leicht überhängend. Die Triebe sind mit kleinen Stacheln übersät. Auch die Blätter und Hagebutten sind leicht borstig.Schon im Mittelalter berühmt war die Sorte R. gallica 'Versicolor' mit einem einzigartigen Farbenspiel. Andere Rosen dieser Klasse besitzen eine besonders satte karmin- und purpurfarbene Tönung.Rückschnitt nach der Blüte auf das Niveau abgeblühter Zweige.

Empfehlenswerte Gallica-Sorten:
'Cardinal de Richelieu' , 'Charles de Mills' , 'Gloire de France' , 'Versicolor', 'Aimable Rouge' .

Gallica-Rose Cardinal de Richelieu
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Damascena-Rosen

Die Damascena-Rosen sind in Kleinasien entstanden und waren schon 1000 v. Chr. auf der Insel Samos bekannt. Man unterscheidet sommerblühende und zweimal blühende (Sommer + Herbst) Damascena-Rosen.

Ihre Abstammung von der robusten Rosa gallica und einer Kletterrose als anderer Elternteil ist vor allem bei den älteren Sorten an dem dichten, kräftigen Wuchs (ca 1,5 m hoch und breit) mit den langen, bogigen Trieben, erkennbar. Die weichen, blassgrünen Blätter sind oberseits glatt und unterseits leicht behaart.  Die Blüten sind gefüllt, von reinem Weiß bis zum leuchtenden Purpur getönt und von besonderer Transparenz. Fast alle Sorten besitzen den schweren Duft, der die Damascena-Rosen charakterisiert.Rückschnitt nach der Blüte auf das Niveau abgeblühter Zweige.

Empfehlenswerte Damascena-Sorten:
'Madame Hardy', 'Comte de Chambord', 'Rose de Resht' , 'Celsiana', 'Bifera'   

Damascena-Rose Madame Hardy
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Centifolia-Rosen

Rosa centifolia, die hundertblättrige Rose, ist nicht, wie früher angenommen, bereits bei Griechen und Römern bekannt gewesen, sondern ist vielmehr aus einer komplexen Kreuzung von R. gallica, R. moschata, R. canina und R. damascena hervorgegangen.Ihre unvergleichlichen Blüten fanden rasch begeisterte Anhänger. Der Wuchs ist ähnlich den Gallica-Rosen, vereinzelt noch etwas höher. Die Winterhärte ist gleichfalls sehr gut. Die Blätter sind breitrund und zum teil mit duftenden Drüsen besetzt. Die zahlreichen Blüten sind dichtgefüllt und von feinem weiß, rosa bis dunkelrot getönt und wegen des süßen Duftes beliebt.

Aus den Centifolia-Rosen sind per Mutation die heute sehr bekannten Moosrosen hervorgegangen. Sie unterscheiden sich von den Centifolien durch viele feine Drüsenhaare an Stielen und Kelchblättern, so dass diese moosartig überzogen aussehen. Moosrosen sind reichblütig und gleichfalls gut winterhart. 

Empfehlenswerte Centifolia-Sorten:
'Muscosa', 'Alfred de Dalmas', 'General Kleber', 'William Lobb', 'Moussu du Japon', 'Fantin Latour'.       

Centifolia-Rose Muscosa
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2. Alte Rosen unter dem Einfluss der China-Rosen

Beendet wurde die erste Epoche durch das Einkreuzen von Gartenrosen aus China (Rosa chinensis), die zwar etwas weniger frosthart waren, dafür aber durch neue, intensivere Farben beeindruckten und vor allem die Eigenschaft mitbrachten mehrfach zu blühen. Es entstanden die Portland-, Bourbon-, Noisette- und Remontant-Rosen.

Portland-Rosen

Ende des 18. Jahrhunderts entstand in Italien eine neue, süß duftende Rose, die die besondere Eigenschaft hatte, bis zum Herbst nachzublühen. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Zufallssämling aus R. damascena, R. gallica und R. chinensis var. semperflorens.
Der Legende nach wurde sie von der Herzogin von Portland nach England gebracht und ihr zu Ehren 'Duchesse of Portland' genannt. Sie wurde zur Stammform einer neuen Rosenklasse - der Portland-Rosen.
Die Portland-Rosen sind kompakt, niedrig bis buschig im Wuchs und können als Vorfahren unserer heutigen Edelrosen bezeichnet werden. Die Blüten sind vorwiegend zartrosa bis leuchtend karminrot getönt und wunderbar duftend. 

Empfehlenswerte Portland-Sorten:
'Comte de Chambord', 'Duchess of Portland', 'Madame Knorr', 'Rose du Roi' .

Portland-Rose Comte de Chambord
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Bourbon-Rosen

Benannt ist diese Rosenklasse nach der Ile de Bourbon, heute Reunion, wo französische Siedler ihre Felder mit Rosenhecken zu umgrenzen pflegten. Unter diesen Rosen wurde 1817 ein auffälliger Sämling gefunden, dessen Samen nach Frankreich zum Gärtner des Herzogs von Orleans gesandt wurden. Aus diesem Erbgut stammen die ersten Bourbon-Rosen.

Viele der Bourbon-Rosen blühen, mit kurzen Unterbrechungen , von Juni bis zum Spätherbst. Den Höhepunkt ihrer Blüte erreichen Sie im September. Die Blüten sind gefüllt, sehr edel, gleichmäßig gebaut und duften wunderbar. Sie sind kräftig im Wuchs (ca 100 bis 150 cm), teilweise sehr langtriebig und daher auch zum Teil als Kletterrose verwendbar. Die Triebe sind hell und nur mit wenigen, kurzen Stacheln besetzt. In kalten Regionen benötigen manche Sorten einen guten Winterschutz.Der Pflegeschnitt erfolgt wie bei den modernen, wiederholt blühenden Rosen.

Empfehlenswerte Bourbon-Sorten:
'Boule de Neige', 'Gruß an Teplitz', 'Luise Odier', 'Souvenir de la Malmaison'

Bourbon-Rose Boule de Neige
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Noisette-Rosen

Die erste Noisette-Rose entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts in South Carolina, wo der Reispflanzer John Champney R. moschata mit Rosa-Chinensis-Sorten kreutze. Sein Nachbar, Philippe Noisette vermehrte die und vertrieb später die gewonnenen Sämlinge.Noisette-Rosen sind starkwüchsig, 3-4 m hoch, teilweise sehr langtriebig und kletternd. Die Triebe sind meist glatt und nur mit wenigen Stacheln besetzt. Die zartfarbenen Blüten bestachen durch neue Farben in gelb und apricot. Leider sind die Noisette-Rosen nur wenig winterhart und daher bei uns nur in wintermilden Gebieten einsetzbar.Die Büsche werden durch jährlich starken Rückschnitt im Frühjahr in Form gehalten.

Empfehlenswerte Noisette-Sorten:
'Golden Rambler', 'Blush Noisette', 'Desprez a Fleurs Jaunes', 'Madame Alfred Carriere', ' Meteor'

Noisette-Rose Blush Noisette
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Remontant-Rosen

An der Entstehung der Remontant-Rosen im vorigen Jahrhundert sind fast alle wichtigen Rosengruppen, wie Portland-, Noisette- und Bourbonrosen beteiligt und entsprechend vielseitig ist diese Rosenklasse. Die Remontant-Rosen sind, bis auf wenige Ausnahmen, alle öfter blühend. Sie stellen somit das Bindeglied zwischen den alten und den neuen, modernen Rosen (Tee-hybriden, Edelrosen) dar.
Viele Sorten weisen noch einen starken, überhängenden Wuchs auf, während andere bereits den heutigen Teehybriden in Wuchs und Blüte ähneln. Die Farbpalette reicht von reinweiß über rosa und rotbraun bis hin zu den besten karmin- und purpurfarbenen Tönen.Der Schnitt erfolgt wie bei den modernen Rosen. Wichtig ist eine gute Nährstoffversorgung, insbesondere nach der Frühjahrblüte, um eine gute Herbstblüte zu erzielen!

Empfehlenswerte Remontant-Sorten:
'Ferdinand Pickard', 'Mrs John Laing', 'Anna de Driesbach', 'Souvenir du Docteur Jamain', 'Frau Karl Druschki', 'La Reine'.

Remontant-Rose Ferdinand Pickard

Eine gärtnerisch wertvolle Kombination aus dem Erbmaterial der Alten Rosen mit den wichtigen Eigenschaften moderner Rosen stellen die Englischen Rosen, häufig auch als Austin-Rosen bezeichneten Sorten, dar. Informationen und Sortenempfehlungen hierzu finden Sie in unserem 
Tipp Englische Rosen - die traumhafte Kombination aus Tradition und Schönheit!.
In der Verwendung werden Alte Rosen und Englische Rosen sehr ähnlich eingesetzt. Unser Tipp hierzu: Mixed Border nach altem englischen Vorbild.

Mixed Border

Wegen der meist blassen Farben eignen sich die Englischen Rosen besonders für Mixed-Borders (Rabattenpflanzung aus einer Kombination von Kleingehölzen, Rosen und Stauden), wo die weichen Farben gut harmonieren.

Wichtig ist die gründliche Planung, wobei insbesondere die Wuchshöhe der Rosen eine bedeutende Rolle spielt. Hohe, aufrechtwachsende Sorten werden im Hintergrund platziert und überragen die davor gepflanzten Stauden. Die kräftigen Strauchrosen ('Mary Rose', 'Heritage', 'Abraham Darby', Jayne Austin', 'Graham Thomas') wachsen rund bis 150 cm und eignen sich als Mittelpunkt in der Rabatte.  Die meisten Englischen Rosen wachsen niedrig, buschig-verzweigt und wirken besonders im Vordergrund der Rabatte.

Bepflanzung nach englischem Vorbild: Mixed Border
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