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16. Dezember 2018 Sonntagsverkauf 12 -17 Uhr
 mit großem Weihnachtsbaumverkauf

Topinambur - die Wunderknolle

Die kleine Schwester der Sonnenblume versprüht mit ihren leuchtend gelben Blüten sommerlichen Charme in den Garten. Die zum Teil über 2 m hohen Pflanzen gelten  zu Recht als Dauerblüher von Juli bis September. Über Winter liefern die robusten Pflanzen äußerst nahrhafte und gesundheitlich wertvolle Knollen für die Küche.

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Die feinen Knollen verdanken ihren Namen einem brasilianischen Indianerstamm, den Tupinabous, den französische Siedler Anfang des 17. Jahrhunderts in Südamerika entdeckten. Die Indianer trieben schon lange vor der Ankunft der Europäer schwunghaften Handel mit dem Knollengemüse und so gelangten schon früh zahlreiche Formen nach Nordamerika bis Kanada.
Englische Seefahrer entdeckten hier um 1600 eine "Rübe", die nach Artischocken schmeckt und brachten diese später nach Europa, wo sie als Delikatesse hoch geschätzt wurde. An den europäischen Fürstenhäusern kochte man Topinambur wie Kartoffeln und verfeinerte sie mit Butter, Wein und Gewürzen. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Pflanze dann in weiten Teilen Europas angebaut, sowohl zur menschlichen Ernährung, als auch als Viehfutter. Später verdrängte die Kartoffel die knollige Sonnenblume von den Feldern.
Erst in jüngerer Vergangenheit wurden die gesundheitlichen Vorteile der Topinambur erforscht und entdeckt, was zu einer Renaissance im Anbau führte.

Knollen der Topinambur Topstar
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Topinamburpflanzen sind wüchsig und werden, je nach Boden und Sorte 2-3 m hoch. Frühe Sorten (Gigant, Henriette oder Topstar) blühen ab Juli, späte erst ab September (oder in küheln Sommern gar nicht). Die schönen sonnengelben Blüten locken zahlreiche Schmetterlinge an. Die Samen, sofern sich welche bilden, holen sich gerne die Vögel.Nach der Blüte stirbt der oberirdische Teil der Pflanze ab.
Topinambur ist robust und sehr anpassungsfähig an den Boden. Der Standort sollte sonnig, der Boden nicht zu lehmig sein. Die Knollen sollten zum Pflanzzeitpunkt mindestens 50 g schwer sein und 2-3 Knospen aufweisen. Die Pflanzung kann, je nach Region von Februar bis Mitte April erfolgen - die Mindestkeimtemperatur liegt bei 7 °C. Der Pflanzabstand in der Reihe sollte bei 30-50 cm liegen. Die Pflanztiefe beträgt ca 10 cm, bei schweren Lehmböden nur ca 5 cm. Bei Mehrreihenanbau beträgt der Reihenabstand 80-100 cm. Die jungen Pflanzen sind für eine Gabe Kompost dankbar. Junge Pflanzen sollten von Unkraut frei gehalten und mehrfach angehäufet werden. Ab einem Stadium, wo die Pflanzen den Boden bedecken, gilt die Topinambur dagegen als Unkrautunterdrücker und bedarf keiner weiteren Pflege. Einmal gepflanzt läßt sich die Knolle nicht so leicht vertreiben . Alle Knollen, die nicht geerntet wurden, treiben im Frühjahr wieder aus. Für eine gute Ernte ist es wichtig, früh auszudünnen, damit auch weiter ausreichend große Knollen gebildet werden. Will man der Ausbreitung Grenzen setzen, ist es wichtig vor der Knollenbildung, also schon im Frühsommer alle durchgetriebenen Pflänchen zu entfernen.

Leuchtend gelbe Blüten der Topinambur  im Hochsommer
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Die Pflanzen halten Trockenheit aus, schlappen jedoch schnell. Legt man Wert auf guten Ertrag, dürfen sie während der Knollenbildung von juni bis Oktober nicht unter Trockenheit leiden. Geerntet wird von Herbst bis zum Frühjahr. Topinambur besitzen nur eine dünne Schale , die leicht austrocknet. Daher wird immer nur der Tagesbedarf geerntet. Da die Knollen Frost bis -30 °C vertragen, ist es üblich, sie einfach im Beet zu überwintern oder in feuchtem Sand (Mieten) einzuschlagen. Im Kühlschrank schimmeln die Knollen realtiv schnell.

Sorten mit heller, glatter Schale schmecken besser, als violett- oder dunkelschalige und sind daher für den Privatanbau zu empfehlen.

Empfehlenswerte Sorten sind:

  • Topstar
  • Henriette
  • Gute Gelbe.
Knollen der Topinambur
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Topinambur kann mit oder ohne Schale verzehrt werden, wobei sich die Schale gekocht leichter entfernen läßt. Da in der Schale viele wertvolle Mineralstoffe befinden, verzichten die meisten Topinambur-Kenner auf das Schälen. In diesem fall ist die Knolle vorab unter wasser mit einer gemüsebürste zu reinigen. Das helle Fruchtfleisch verfärbt sich rasch braun. Daher sollten Sie zerkleinerte oder geschälte Knollen rasch in Wasser legen. Die Verwendung in der Küche ist vielvältig:
- roh geraspelt in klare Suppen, Mischsalate oder Obstsalate
- Püriert als Suppe oder Gemüse
- gebraten, gebacken oder frittiert
- als Auflauf oder in teig ausgebacken.
Die Zubereitung als Pellkartoffel ist allerdings nicht sinnvoll, da viele Aromastoffe und der wasserlösliche Zucker Fructose ausgewaschen werden - die Knollen schmecken dann ausgesprochen fade.
Zum Würzen eignen sich frische Kräuter (Kerbel, Petersilie, Schnittlauch), Senf in Varianten, Meerrettich, Zitronensaft oder Chillisoße. Topinambur wirkt sättigend und appetithemmend. Sie entlastet Leber und Galle und gilt als Naturheilmittel bei Verdauungsbeschwerden. Neuere Untersuchungen belegen eine Stärkung des Immunsystems und vorbeugende gegen verschiedene Krebsarten.

Die gegarten Knollen schmecken leicht süßlich, nussartig und, wie die Amerikaner glauben, nach Artischocken, was aber nicht jedermann nachvollziehen kann.

Inulin der Topinambur fördert die Gesundheit

Wie viele Korbblütler speichert die Topinambur seine Energie in Form von Inulin und nicht von Stärke, wie beispielsweise die Kartoffel. Inulin besteht aus 30-35 Fructose-Bausteinen. Daher sind die Topinambur bestens für Diabetiker geeignet und wirken sich, regelmäßig verzehrt, positiv auf den Cholsterin- und Zuckerspiegel aus.

Unverkochtes Inulin zählt zu den Ballaststoffen und wird nicht im Dünndarm, sondern erst sehr spät im Dickdarm verdaut, wo es sich sehr postiv auf die Darmflora auswirkt. Bei regelmäßigen Verzehr vermehren sich gesundheitsfördernde Bakterienarten (Bifidus). Allerdings kann es bei "Topinambur-Anfängern" verstärkt zu Blähungen kommen. Es empfiehlt sich daher zu Beginn nicht mehr als 30 g pro Mahlzeit  zu essen. Grundsätzlich wird die tägliche Einnahme von 1-3 Knollen pro Tag empfohlen. Die Verbesserung des Immunsystems bewirkt die erfolgreiche Abwehr von Krankheitserregern, wie Viren und Bakterien.

Wichtig: Der Inulingehalt nimmt vom Frühjahr bis zum Herbst ab. Gelagerte Knollen bauen das Inulin langsam in freie Fructose ab. Diese Knollen schmecken süßlich, haben jedoch einen Teil des wertvollen Wirkstoffs verloren.

Neben der interessanten Topinambur-Knolle können Sie in der Zeit von März bis April aussergewöhnliche Saat-Kartoffeln bei uns beziehen und zum Teil auch über den Onlineshop bestellen. Es handelt sich dabei einerseits um Öko-Saatkartoffeln und andererseits um historische Sorten, die zum Teil schon seit über 100 Jahren angebaut werden und daher spezielle, ausgefallene Geschmacksvarianten darstellen. Zu diesem Liebhabersortiment zählen unter anderem:

'Blaue Schweden', hoher Speisewert, originell
'Kerkauer Kipferl' (1941), Salatkartoffel
'King Edward' (1902), hervorragend zum Rösten
'Rosara', originell, hoher Speisewert!
'Salat Blue', hoher Speisewert, originell
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