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16. Dezember 2018 Sonntagsverkauf 12 -17 Uhr
 mit großem Weihnachtsbaumverkauf

Weinreben im Hausgarten

Der Wein ist eine uralte Kulturpflanze, der mittlerweile in vielen Hausgärten erfolgreich angebaut wird. Gezielt angebaut wurde der Wein seit etwa 2000 v.Chr. , damals jedoch nur zur Gewinnung saftiger Früchte. Erst die Römer brachten den Weinbau über die Alpen nach Mitteleuropa. Zeugnisse des Weinbaues in Deutschland gibt es seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. und seit dem sind die klimatisch bevorzugten Landschaften im Südwesten Deutschlands vom Weinbau geprägt. Bei gutem Standort und richtiger Pflege können die Weinreben bis zu 100 Jahre alt werden und sich zu prächtig-knorrigen Exemplaren entwickeln, die nicht nur leckere Ernte liefern, sondern auch Hausmauern, Wände, Zäune und Pergolen dekorativ verkleiden!

  

Weinberg im Herbst
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Standortvoraussetzungen für erfolgreichen Rebanbau

Für den erfolgreichen Rebenanbau sind neben einer guten Sortenwahl die geeigneten Standortbedingungen entscheidend. Dabei sind Licht und Wärme die bedeutensten Kriterien. Bei Jahresmitteltemperaturen unter 8,5 °C oder mittleren Wintertemperaturen unter 0°C macht der Anbau von Weinreben keinen Sinn, da mit zu vielen Frostschäden gerechnet werden muß und die Trauben im Herbst nicht richtig ausreifen können. Die Rebe benötigt mindestens 160-180 frostfreie Tage, um sich ausreichend entwickeln zu können. Ausschlaggebend für den Ertrag sind die Temperaturen zur Blütezeit von Mitte Juni bis Mitte Juli - sie sollten 15°C am Tag bzw 12° C in der Nacht nicht dauerhaft unterschreiten. Bei Höhenlagen über 400 m wird hier schnell die Grenze erreicht. Das Lichtbedürfnis ist ebenfalls hoch: 1200-1300 Sonnenscheinstunden sollten im Vegetationsverlauf erreicht werden. Ansonsten wird die Ernte wohl eher sauer ausfallen. Hinsichtlich der Niederschläge sind die Reben eher bescheiden. 400-450 mm jährlich genügen. Allerdings sollte der Boden tiefgründig und durchlässig sein, damit sich der Tiefwurzler den Untergrund gut erschließen kann. Eine gute Humusversorgung ist in jedem Fall vorteilhaft.

Sortenauswahl geeigneter Tafeltrauben

Weltweit wird das Sortenspektrum der Tafeltrauben aus rund 5000 geschätzt. Auch bei uns sind in den letzten Jahren viele gute Sorten entstanden, die bis in die grenzwertigen Standorte noch gute Erträge abwerfen und sich als ausgesprochen widerstandsfähig gegenüber Witterung (insbesondere Frosthärte), sowie Krankheiten und Schädlinge erwiesen haben. Bei der Sortenauswahl sollte man sich weniger von dem Aussehen der Traube leiten lassen. Auch wenn blaue Trauben schöner, da kontrastreicher, aussehen, muß gewährleistet werden, dass die Rebe ausreifen kann. Das heißt, bei nicht optimalen Standortbedingungen sind frühe Sorten zu bevorzugen. Bei häufig auftretenden Winterfrösten sollte man auf besonders frostharte Sorten achten. Bei feuchtem Standort achten Sie unbedingt auf pilzfeste Sorten. Wir bieten Ihnen ganzjährig ein umfangreiches Sortiment moderner Rebsorten, die sich besonders für den Anbau im Hausgarten eignen.

Detaillierte Sortenbeschreibungen zu unserem Traubensortiment finden Sie auf dem Angebotsseiten unseres Onlineshops.

Erntereife Tafeltrauben am Spalier

Weinrebenvielfalt im SÄNGERHOF

Unser Angebot bei den Weinreben ist sehr umfassend. Es beginnt bei den einjährigen Veredlungen im 1 ltr Topf über die zweijährigen Veredlungen im 2 ltr Topf bis hin zu den mehrjährigen Solitären und Spalieren.

Hier einige Sorteempfehlungen:

  • Venus trägt reich, ist kernlos, vital und ausgesprochen widerstandsfähig gegen Pilzerkrankungen. Ausserdem ist die großblättrige Sorte ist ein guter Schattenspender an Pergolen

  • Muskat Bleu ist eine Rebe mit einem Tollen Aroma - die Sorte bekommt bei richtigem Standort und Pflege praktisch nie Mehltau

  • Arkadia ist eine der besten weissen Trauben: sie trägt früh, schmeckt gut und trägt große trauben mit großen kernarmen Beeren

  • Vanessa ist eine rosefarbene Traube mit knackigen, kernlosen Beeren mit festem Fruchtfleisch und einem einzigartigem, würzig-pfeffrigem Geschmack.

  • Lakemont ist eine unkomplizierte, reichtragende, weisse, kernlose Sorte. Sie schätzt warme lagen und bildet dort ausgesprochen große Trauben.

  • Unsere letzte Empfehlung gilt allgemein den Robustareben von HÄBERLI. Bei den Robusta-Sorten handelt es sich generell um widerstandsfähige Sorten für den Hausgartenanbau.
einjährige Weinreben im 1 ltr Topf
zweijährige Weinreben im 2 ltr Topf
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Das Pflanzen der Weinreben

Maßgebend für ein erfolgreiches Pflanzen von Weinreben ist eine gute Pflanzenauswahl, Wahl des richtigen Standortes und eine gute Bodenvorbereitung. Wir bieten Weinreben ausschließlich als gut entwickelte Containerreben an. Dabei handelt es sich um veredelte Jungpflanzen im 1-2 ltr Topf, die bereits kräftig durchwurzelt sind.

Die beste Pflanzzeit liegt in den Monaten April und Mai - Containerware läßt sich aber auch noch problemlos den ganzen Somer über pflanzen. Von einer Herbstpflanzung raten wir eher ab, da das Risiko von Frost- und Nässeschäden zu groß ist.

Die benötigte Pflanzfläche ist mit ca 20x30 cm relativ klein. Wichtig ist, daß das Pflanzloch tiefgründig bis ca 50 cm Tiefe ausgehoben wird. Die Sohle im Pflanzloch sollte durchlässig sein und wird daher mit einer Grabegabel bestmöglich gelockert. Der Aushub wird zu 50 % mit Pflanzerde oder guter Komposterde vermischt und beim Pflanzen wieder eingebracht(siehe Bild 1 unten). Beim Pflanzen wird die Weinrebe relativ tief gesetzt, so daß sich die Veredlungsstelle nur noch 3-4 cm über der Bodenoberfläche befindet (siehe Bild 2 unten). Nachdem die Pflanze sitzt, gibt man etwa bis zur Hälfte den angereicherten Aushub dazu und drückt etwas an. Danach wird durchdringend gewässert (siehe Bild 3 unten). Zum Schluß wird mit der restlichen Erde aufgefüllt. Bei trocken-heißer Witterung im Frühsommer sollte alle 10-14 Tage durchdringend gewässert werden. Vermeiden Sie unbedingt zu häufiges Gießen (z.B. jeden 2. Tag), da dies nur Pilzinfektionen Vorschub leisten könnte. Erfahrungsgemäß ist im Untergrund genügend Feuchtigkeit vorhanden. Nach dem Austrieb erhält die Rebe einen Pflanzpfahl aus Holz oder Metall, an dem der einjährige Trieb hochgezogen wird (im Bild unten ganz rechts).

Aushub Pflanzloch
Einsetzen des Rebstocks
Andrücken und Einschlämmen
Auffüllen und Stäben
Hochziehen im Pflanzjahr

Der Pflanzabstand von Rebe zu Rebe beträgt für Spalierreihen, Laubengänge oder Spalierwände mit stark vertikaler Erziehung 100-150 cm, je nach Wuchskraft der Sorte.

Die Erziehung in einem waagrechten Kordon  erlaubt Pflanzabstände von 2-3 m zwischen den Pflanzen. Bei der Anpflanzung mehrerer parallel verlaufender Reihen beträgt der Reihenabstand 150-200 cm.

Bei Pergolen wird man in der Regel den Pflanzabstand den Raumverhältnissen anpassen. Da in der Vertikalen nur der Stamm hochgezogen wird, liegt der Pflanzabstand meist bei 100-200 cm.

Wichtig: Bei der Pflanzung entlang Mauern, sollte die Weinrebe nie direkt an die Mauer gepflanzt werden. Dieser Fehler ist leider häufig zu beobachten ist. Um eine bessere Pflanzenentfaltung zu gewährleisten und ein rasches Abtrocknen des Laubes zu ermöglichen sollte ein Abstand von mindestens 20 cm zu Mauern eingehalten werden (in der Abbildung rechts).

Pflanzschema des frisch gepflanten Rebstocks
Pflanzschema beim Rebstock
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Erziehung des Rebstocks

Im ersten Standjahr:

Die Erziehung des Rebstocks erfolgt mit dem Austrieb im ersten Standjahr. Am Stützpfahl wird nur ein Trieb hochgezogen. Sollten sich mehere Triebe entwickeln, wird nur der kräftigste Haupttrieb belassen. Alle anderen werden nach der Maifrostgefahr (Eisheilige) ausgebrochen oder sauber ausgeschnitten. Der Haupttrieb wird während des Sommers regelmäßig am Pfahl gebunden. Die im Laufe des Sommers erneut wachsenden Nebentriebe werden  bis auf 2-3 Blattachseln entfernt. Ab September wird der obere, weiche Teil des Haupttriebes ebenfalls gekappt.

Während des Wachstums im Sommer ist regelmäßig auf Pilzerkrankungen (Falscher und Echter Mehltau) zu kontrollieren. Der Boden sollte von Unkräutern frei gehalten werden, Mulchen mit einer Humusauflage ist sinnvoll. Zu Beginn des Winters kann die Veredlungsstelle durch leichtes Anhäufeln (ähnlich wie bei Rosen) zusätzlich geschützt werden.

Im kommenden Frühjahr (März) beginnt der eigentliche Stockaufbau. Der inzwischen verholzte 1-jährige Haupttrieb wird, in Abhängigkeit zur vorgesehen Erziehungsart, auf ca 80-120 cm Stammhöhe angeschnitten (im Schema oben Bildmitte).  Der Haupttrieb sollte an der Schnittstelle bereits 8-10 mm stark sein. Sollte der Haupttrieb noch zu schwach sein, beginnt der Stockaufbau erst im kommenden Jahr.  Nach dem Austrieb entwickeln sich unterhalb der Schnittstelle  mehrere Austriebe. Je nach Wuchskraft und Verteilung werden die oberen 3-5 Triebe belassen, die unteren werden restlos entfernt (im Schema oben ganz rechts). So entwickelt der Rebstock seinen klassischen Stamm von 80-100 cm Höhe.

Rebentwicklung im ersten Pflanzjahr

In den Folgejahren:

Weinreben müssen relativ streng erzogen werden und sollten nicht ungestört wachsen. Die Folgen wären Verkahlen der Pflanzen von unten, weniger Ertrag und schlechte Fruchtqualität und eine rasante Zunahme von Pilzerkrankungen. Über die richtige Erziehung von Reben sind schon ganze Bücher geschrieben worden. Fest steht, es gibt viele praktikabele Möglichkeiten, von denen wir hier zwei grundsätzlich unterschiedliche Varianten vorstellen wollen:

1. Die Bogenerziehung (Flachbogen, Halbbogen)

Die klassische Bogenerziehung ist die einfachste Form der Erziehung und empfiehlt sich bei einem niedrigen Wandspalier (z.B. Terrasse) oder bei freistehenden Reben. Sollen meherere Rebstöcke gepflanzt werden, liegt der Pflanzabstand bei etwa 1,2 bis 1,5 m - die Stammhöhe kann 0,6 bis 1,0 m betragen.

Vom Stamm abgehend werden nur noch 1-2 einjährige Fruchtruten belassen (Bild 1) und in einem mehr oder weniger runden, halbkreisförmigen oder flachen Bogen geformt (Bilder 2-4) und an der Unterstützungsvorrichtung (Spalier, Draht, o.ä.) befestigt. In der Regel sind die Fruchtruten zu lang und müssen am Ende angeschnitten werden.

Klassische Bogenerziehung bei der Rebe

2. Die Kordonerziehung (Strecker oder Zapfen)

Bei der Kordonerziehung werden vom Stamm aus zunächst ein- oder beidseitig, meist auf einem Draht, Altholzarme herangezogen, die dann Fruchtholztriebe hervorbringen. Der Kordonarm wird so lange verlängert, bis der zur Verfügung stehende Raum ausgefüllt ist. Dadurch ergibt sich ein erheblich größerer Pflanzabstand, der gut 3,0 m und mehr betragen kann. Nachteilig bei der Kordonerziehung ist die erheblich längere Aufbauzeit des Pflanzengerüstes, die bei mehretagigen Kordons 6-8 Jahre dauern kann.

   

Kordonerziehung bei der Weinrebe

3. Spalierdrahtrahmen zum Aufbau des Pflanzengerüstes

Für beide vorgestellten Erziehungsformen ist eine Unterstützungsvorrichtung erforderlich. Natürlich können vorhandene Spaliere, Gerüste, o.ö. genutzt werden. Oft ist aber der Aufbau eines soliden Spalierdrahtrahmens die sinnvollste Lösung. Die Holzpfähle sollten eine Länge von ca 250 cm haben und rund 50 cm im Boden verankert werden. Als Draht empfiehlt sich kunststoffummantelter Draht in einer Stärke von 2,5 bis 3,0 mm. Wichtig ist, dass die Pfähle gut verankert sind und auf Zug gehalten werden. Die Last des fruchttragenden Rebstocks wird oft unterschätzt!

Spalierdrahtrahmen für Weinreben
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Pflegearbeiten im Laufe der Wachstumsperiode

Die jährlichen Pflegearbeiten haben zum Ziel, Form und Wuchskraft der Rebe zu erhalten, sowie Wachstum und Ertrag zu steuern. Die wichtigsten Pflegmaßnahmen sind:

  • Der Rebschnitt
    Der Rebschnitt ist die wichtigste aller Pflegemaßnahmen. Er stellt dabei nicht nur ein Gleichgewicht zwischen Wachstum, Ertrag und Reife her, sondern er zielt in erster Linie auf der Erhaltung der festgelegten Erziehungsform.
    Der beste Zeitpunkt für den Rebenschnitt ist der März, bei günstiger Witterung auch schon früher. Eun guter Winterschnitt erleichtert die sommerlichen Pflegearbeiten. Die Triebe und Zapfen werden 1-2 cm über dem Auge schräg angeschnitten, da das Holz erfahrungsgemäß leicht zurücktrocknet.
    Bei der Bogenerziehung werden neben den zwei Fruchttrieben noch ein dritter Zapfen stehen gelassen. Er liefert im nächsten Jahr "Ersatzholz", wenn aus dem alten Bogen keine geeigneten Ruten treiben.
    Bei der Kordonerziehung werden Strecker oder Zapfen geschnitten. Beim Schnitt auf Strecker (im Schema unten rechts) werden im Abstand von ca 30 cm kurze Fruchttriebe mit 4-8 Augen auf der Kordonoberseite belassen. Beim Schnitt auf Zapfen (im Schema unten links) beträgt der Abstand zwischen dem Fruchtrieben nur ca 20 cm. Allerdings verbleiben pro Zapfen nur 2-4 Augen. Es wird eine entsprechend geringere Seitenverzweigung erzielt.
    Wichtig: Beim Rebschnitt sollten Sie immer daran denken, durch Anschneiden und / oder Stehenlassen von Zapfen genügend "Ersatzholz" zu erhalten (im Schema unten mittig). Bei Bedarf kann man dann im Folgejahr dem Rebstock neu aufbauen, ohne zu viel Zeit zu verlieren.
Rebschnitt bei der Kordonerziehung
  • Formierung des Fruchtholzes
    Zur Formierung der Weinrebe werden Strecker und Ruten zu mehr oder weniger gekrümmten Bögen formiert, weil sich dann die Fruchttriebe gleichmäßiger entwickeln. Außerdem werden die Reben durch das Herunterbiegen zu besserem Triebwachstum und Holzerneuerung angeregt. Feuchte Witterung macht die Triebe elastischer und erleichtert das Biegen. Die Bögen sind so anzulegen, daß sie sich nicht kreuzen oder übereinander liegen. Zum Befestigen haben sich elastische Schnüre und Bänder aus Kunststoff bewährt.
  • Laubarbeiten
    Die Laubarbeiten im Sommer erfordern gleich mehrere Maßnahmen. Sie haben alle zum Ziel Licht und Luft in den Kronenaufbau des Weinstocks zu bekommen, vor allem aber möglichst viel Sonne an die reifenden Trauben gelangen zu lassen. Im Bild rechts sind die Trauben freigestellt, d.h. nicht benötigte Triebe wurden entfernt, störendes Laub beseitigt. So können die Trauben optimal reifen!
     
    Zu den Laubarbeiten zählen im Einzelnen:
    - das Ausbrechen (Entfernen junger, grüner Triebe)
    - das Heften (Einorden der Triebe in die Unterstützung, z.b. Aufbau neuer Leittriebe fürs nächste Jahr)
    - das Einkürzen zu langer Triebe und Ausgeizen (Entfernen unerwünschter Seitentriebe)
    - das Freistellen der Trauben zur Reifezeit (Entlauben).
Wichtige Pflegearbeit: Freistellen der Trauben
  • Düngung und Bodenpflege
    Da der Rebe jährlich stark geschnitten wird, ist der Nährstoffbedarf erheblich und muß regelmäßig gedüngt werden. Empfehlenswert ist eine Kombination aus mineralischer und organischer Dügung. Bei ausschließlich organischer Düngung könnten Nährstoffengpässe auftreten. Zur Hauptwachstumszeit ab April ist eine stickstoffbetonte Dügung mit einem Volldünger (z.B. Nitrophoska, Blaudünger, o.ä.) ratsam. Daneben empfiehlt sich eine organische Dügung mit einer Schicht Komposterde oder gut verrottetem Stallmist. Die Komposterde dient als langsamfließende Nährstoffquelle bis zum Herbst hin. Gleichzeitig verbessert sie die Bodenstrukur und somit alle wichtigen Bodeneigenschaften, wie Wärmehaushalt, Feuchtigkeit, Sauerstoffgehalt. Im Herbst (September) ist eine Kalidüngung (z.B. mit Patentkali) sinnvoll. Kalium bewirkt eine gute Holzausreife und reduziert Frostschäden.
     
    Daneben empfehlen wir, insbesondere in trockenen Gebieten, den Boden mit einer Mulchauflage zu schützen. Als Mulchgut kann gehäckseltes Mähgut, Stroh oder Rindenmulch genutzt werden. Die Mulchauflage konserviert die Feuchtigkeit im Boden, schützt Bodenlebewesen und verbessert so die Bodenstruktur. Ausserdem wird lästiger Unkrautwuchs verhindert oder zumindest unterdrückt. In Gebiten mit ausreichenden Niederschlägen (>700 mm ) ist auch eine Grüneinsaat mit einer Klee-Gras-Mischung eine gute Alternative.
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Problemfall Pilzerkrankungen an Weinreben

Pilzerkrankungen an Weinreben sind verbreitet und in Abhängigkeit zur Witterung (hoher Befallsdruck) ohne Spritzungen kaum zu vermeiden. Zwar werden immer wieder resistente oder tolerante Sorten angeboten, unserer Erfahrung nach ist es aber immer eine Frage der Zeit bzw des Befallsdruckes, bis auch diese Sorten von Pilzkrankheiten befallen werden. Wir sprechen daher lieber von mehr oder weniger widerstandsfähigen Sorten.

Folgende Pilzerkrankungen können immer wieder auftreten:

  • Roter Brenner: Diese Krankheit zeigt sich zuerst an den Blättern – und zwar durch Flecken. Diese verfärben sich bei roten Weinsorten rot, bei weißen Sorten hellgrün bis gelb. Befallene Bereiche werden schließlich braun und vertrocknen
  • Echter Mehltau: Der weiße, mehlige Belag zeigt sich sowohl an den Blättern (oben wie unten) als auch an den Früchten. Blätter fallen schließlich ab, die Früchte vertrocknen. Dabei platzen die Früchte auf und legen die Kerne frei
  • Falscher Mehltau : Auf den Blättern bilden sich gelbe, durchscheinende Flecken, die sich schließlich braun färben. Das Blatt stirbt ab. Zudem tritt ein weißer Pilzrasen auf den Blattunterseiten auf. Und auch die Trauben können vom Schimmel befallen werden
  • Grauschimmel (Botrytis): Grauer Pilzrasen auf allen grünen Pflanzenteilen, das Gewebe stirbt ab, danach entstehen große rotbraune Flecken auf Blättern und Früchten. Viele Früchte sehen zuerst glasig aus. Blätter schrumpfen von der Spitze her. Die Pilze überwintern als Myzel auf abgestorbenen Pflanzen. In warmen, nassen Jahren besonders aktiv.

Natürlich will man im Hausgarten auf dem chemischen Pflanzenschutzeinsatz weitgehend verzichten, zumal wenn das Produkt (die Trauben) später verzehrt werden soll. Wir empfehlen daher folgende maßnahmen, die auch in dieser Reihenfolge angewendet werden sollten:

  • Biomechanische Maßnahmen, d.h. durch Schnittmaßnahmen sorgen Sie für einen lockeren Gerüstaufbau, insbesondere durch den Sommerschnitt wird die Blattmasse erheblich reduziert und die Trauben trocknen nach regenfällen viel rascher wieder ab
  • Pflanzenstärkungsmaßnahmen durch eine ausgewogene Pflanzenernährung und gegebenenfalls Spritzungen mit einem Pflanzenstärkungsmittel wie Neudo-Vital Obstspritzmittel .
  • Pflanzenschutzmaßnahme mit hoch wirksamen, umweltverträglichen Pflanzenschutzmitteln . Diese sollten stets die letzte Option darstellen.
Pilzerkrankung Roter Brenner an Weinreben
Echter Mehltau an Weinreben
Falscher Mehltau an Weinreben
Grauschimmel (Botrytis) an Weinreben

Unser Buchtipp zum Thema "Weinreben für den Hausgarten":

Wein in unserem Garten

Ein kleines, kompaktes Handbuch mit allen wichtigen Infos rund um den Traubenanbau im Hausgarten.
Mit vielen Sortenbeschreibungen, detaillierten Skizzen zu verschiedenen Erziehungsformen beim Rebanbau, sowie allen möglichen Krankheiten und Schädlingen.

Das Buch können Sie über unseren Onlineshop beziehen.

Unsere Buchempfehlung: Wein in unserem Garten

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