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Faszination Carnivoren (Fleischfressende Pflanzen) -

Anleitung zur Bepflanzung eines Mini-Glashauses

"Fleischfressende Pflanzen" wachsen weltweit an unterschiedlichsten Standorten. Insgesamt sind über 700 Arten bekannt und jedes Jahr kommen weitere hinzu. Es gibt viele Arten, die ständig im Wasserleben, während andere als Epiphyten auf Bäumen wachsen.
Die meisten Arten, darunter auch die bei uns heimischen, wachsen auf feuchten bis moorigen Standorten. Diese Naturstandorte sind so nährstoffarm, dass diese Pflanzen ihre Nährstoffe aus den gefangenen Insekten gewinnen müssen. Die Carnivoren besitzen die Fährigkeit Insekten auf unterschiedlichste Weise zu fangen und auch zu verdauen. Ein "Füttern" der Pflanzen mit Insekten oder gar Fleischstücken ist nicht notwenig!

Jenach Insektenfang-Mechanismus unterteilt man die Carnivoren in drei Gruppen:

  • Pflanzen mit Klappfallen: Venusfliegenfalle, Wasserfalle, Wasserschlauch
  • Pflanzen mit Fallegruben: Schlauchpflanze, Kannenpflanze
  • Pflanzen mit Klebfallen: Sonnentau, Fettkraut.
Carnivoren-Glaskasten
Glaskasten mit Carnivoren bepflanzt

Die Pflege der Carnivoren

Wichtig ist ein heller, sonniger Standort, im Sommer auch gerne geschützt im Freien. Weiterhin sollten Sie auf eine gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Dazu bietet sich die Kultur in Gläsern, Aquarien oder Florarien an. Die Pflanzgefäße sollte nie ganz geschlossen sein, um eine ausreichende Lüftung zu ermöglichen. Im Winter benötigen die Pflanzen weiterhin viel Licht, jedoch kühle Temperaturen von 8-12°C.

Das Gieswasser sollte möglichst kalkarm sein, also Regenwasser, abgekochtes oder entkalktes Wasser. In Glasgefäßen sollte sich kein Wasser am Boden stauen, während  bei Pflanzen in Töpfen ständig Wasser im Untersetzer stehen darf. Es bedarf keines zusätzlichen Düngers, da die Pflanzenernährung über den Insektenfang sichergestellt wird. Zum Pflanzen sollten Sie spezielle Carnivoren-Erde nehmen, ersatzweise kann auch Torf genutzt werden.

Im nun Folgenden wollen wir Ihnen die einzelnen Arbeitsschritte zum Bepflanzen eines Carnivoren-Glaskastens vorstellen .....

  • Einbringen einer Drainageschicht

    Carnivoren lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Daher ist die Bepflanzung eines (fast) geschlossenen Glaskastens ideal. Verfügt das Pflanzgefäß jedoch über keinen Wasserabzug, ist das Einbringen einer großzügigen Drainageschicht unabdingbar.

    Wir haben hier eine ca 5 cm Schicht Seramis eingebracht. Denkbar wäre auch Blähton oder Blähschiefer in einer feinen Körnung, wie z.B. 4-8 mm.
Glaskasten mit Seramis
  • Einbringen des Pflanzsubstrates

    Verwenden Sie auf keinen Fall normale Blumenerde oder Moorbeetpflanzenerde. Ideal ist spezielle Carnivorenerde oder ungedüngter, nicht aufgekalkter Torf. Nur diese Substrate garantieren den niedrigen ph-Wert , geringen Salzgehalt, optimale Durchlüftung und Wasserführung.

    Verfärbt sich das Substrat hellbraun, ist dies ein guter Giesanzeiger - die Pflanzen sollten dann vorsichtig mit kalkarmen Wasser gegossen werden.

     
Einbringen von spezieller Carnivoren-Erde
  • Einpflanzen der Setzlinge und Modellieren der Landschaft

    Nach dem Einbringen des Pflanzsubstrates kann man mit dem Modellieren der Minilandschaft beginnen. Dazu können verschiedene Naturmaterialien genutzt werden, wie zum Beispiel knorrige Äste oder Wurzelpartien oder Natursteine und Kiesel. Auch das Pflanzen in verschiedenen Ebenen ist möglich. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt- begrenzend wirkt eher die Größe des Gefäßes.
     
    Beim Pflanzen selbst werden die Setzlinge nur flach eingesetzt und fest angedrückt. Carnivoren sind Flachwurzler und bilden nur relativ wenig Wurzeln aus. daher können sie auch problemlos über mehrere Jahre im gleichen Mini-Haus bleiben. Ratsam ist allerdings der Austausch der Erde alle 2 Jahre im Frühjahr.

   

Einpflanzen der carnivoren und Gestaltung der Bepflanzung
  • Fertig

    Nach dem Pflanzen muß nur noch angegossen werden. Wichtig: Carnivoren dürfen nie austrocknen. Durch das Abdecken des Mini-Glashauses mit einer Glasscheibe wird die erforderliche hohe Luftfeuchtigkeit erzielt - ersatzweise tut es auch eine Klarsichtfolie. Ein Übersprühen der Pflanzen ist nicht ratsam und wird von vielen Carnivoren nicht vertragen.

    Das Mini-Glashaus wird nun an einem hellen, sonnigen Fensterplatz aufgestellt, wo man die Pflanzen gut beobachten kann.
Fertig bepflantes Mini-Glashaus mit Carnivoren
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Carnivoren - Pflanzenbeispiele

In unserer Beispiel-Pflanzung wurden folgende "Fleischfresser" eingepflanzt:

Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula)

Dionaea ist sicher die interessanteste, aber nicht unbedingt die einfachste Art in der Kultur. Um schöne, rot ausgefärbte Fallen zu erhalten, muss der Pflanze ein sehr heller, sonniger Platz geboten werden. Die schönsten Pflanzen erhält man im sonnigen Wintergarten oder im Freien.Ausgepflanzt im sonnigen Moorbeet, übersteht Dionaea Fröste von mindestens minus 8° C. Bei tieferen Temperaturen sollte ein Frostschutz gegeben werden. Die optimale Überwinterungstemperatur beträgt 6° bis 12° C, es werden dann nur noch wenige kurze Fallen gebildet und viele langgestielte 'Sommerfallen' werden schwarz. Jede Falle kann nur ca dreimal ein Insekt verdauen dann wird sie sich nicht mehr öffnen. Man sollte deshalb den Schließvorgang der Falle nicht zu oft auslösen. Die Beute sollte nicht größer als die halbe Fallengröße sein sonst könnte die Falle faulen. Im Winter werden deutlich kleinere Fallen an kürzeren Stielen ausgebildet.

Venusfliegenfalle (Dionaea)
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Schlauchpflanze (Sarracenia-Hybride)

Zusammen mit den Venusfliegenfallen wachsen die Schlauchpflanzen an der Ostküste Nordamerikas. Die Temperatur und Lichtansprüche sind deshalb ähnlich, so sind auch die Sarracenia keine Pflanzen für die dunkle Vitrine im Zimmer. Die schönsten Schläuche erhält man bei Pflanzen, die im Freien oder im sonnigen Wintergarten oder Gewächshaus kultiviert werden. Mit Ausnahme von S. minor und S. psittacina sind alle Arten voll winterhart, d.h. ausgepflanzt in einem Moorbeet können sie gut im Freien überwintern. Es gibt insgesamt acht Arten mit zahlreichen Hybriden. Im Handel werden hauptsächlich Hybriden angeboten, da diese besonders robust und sehr schön ausgefärbt sind.Schlauchpflanzen sind die effektivsten Insektenfänger. So sind bei Pflanzen, die im Freien stehen, die Schläuche im Sommer meist randvoll mit Insekten gefüllt. Im Frühjahr werden sehr interessante Blüten mit einem schirmartigen Griffel und langen Blütenblättern gebildet.

Schlauchpflanze (Sarracenia)
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Sonnentau (Drosera capensis und Drosera roseana)

Die Gattung Sonnentau (Drosera) ist mit bisher 152 Arten weltweit in den unterschiedlichsten Klimazonen verbreitet. Deshalb gibt es keine einheitlichen Kulturhinweise für alle Arten. Unter den subtropischen Arten sind die meisten Anfängerarten zu finden. Dazu gehören D. capensis, D. aliciae und D. spathulata, die häufig im Fachhandel angeboten werden. Diese Arten wollen im Winter etwas kühler stehen, vertragen jedoch auch warme Zimmertemperaturen wenn die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig ist. Der Sonnentau ist sehr regenerationsfreudig. So treiben abgetrennte Wurzelstücke und Blätter von vielen Arten wieder aus. Auch durch Aussaat lässt sich Drosera mit seinem staubfeinen Samen gut vermehren.

Sonnentau (Drosera)
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Fettkraut (Pinguicula_Hybride)

Das Fettkraut ist die Anfängerpflanze für das Fensterbrett. Es verträgt kalkhaltiges Gießwasser, trockene Luft, nimmt auch mit einem sonnenlosen Fensterplatz vorlieb und belohnt den Bezitzer mit zahlreichen Blüten über das ganze Jahr. Pinguicula ist die ideale Pflanze für das Küchenfenster, da ihr insbesondere die lästigen Fruchtfliegen auf den Leim gehen.In den letzten Jahren sind zahlreiche blühfreudige Kulturhybriden neu entstanden. Im Winter werden oft kleinere und dickere (sukkulente) Blätter ausgebildet, die teilweise keine klebrigen Fangdrüsen besitzen. Mit Hilfe dieser Winterblätter werden im Heimatland Mexiko die Trockenzeiten überdauert. Die Pflanzen sollten dann auch nicht mehr ständig im Wasser stehen.

Fettkraut (Pinguicula)
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Kannenpflanze (Nepenthes-Hybride)

Die Kannenpflanzen sind, im Gegensatz zu allen anderen Insektivoren, in den Tropen heimisch. Es gibt zwar heute zahlreiche sehr robuste Hybriden, die oft sogar auch auf dem Fensterbrett neue Kannen bilden, wesentlich wohler fühlen sich die Pflanzen jedoch in luftfeuchter Umgebung.Im Handel werden Jungpflanzen angeboten, die alle noch deutlich größer werden. Es wird zwischen Tieflandarten und Hochlandarten unterschieden. Tieflandarten benötigen ganzjährig Temperaturen von mindestens 22° C und eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit. Nepenthes sind zweihäusig, deshalb wird man selten Saatgut erhalten. Eine Vermehrung über Kopfstecklinge ist bei vielen Hybriden möglich.

Kannenpflanze (Nepenthes)
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Weitere Informationen zum Thema "Fleischfressende Pflanzen" finden Sie unter www.falle.de .

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